... 
Produkt-Bild: Verhängnis

Verhängnis
mit Jeremy Irons, Juliette Binoche, Miranda Richardson, Regie: Louis Malle

DVD von Kinowelt GmbH
Preis bei Amazon: EUR 10,82, Angebote ab EUR 9,30

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: August 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Verhängnis

Produktbeschreibung


Verhängnis DV
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Grandioser Film
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Diese faszinierende Dreiecksgeschichte zwischen Vater, Sohn und Sohns Freundin ist so tiefgründig, dass man diesen Film immer wieder ansehen kann. Emotion pur! Tolle Dialoge. Sensationelle Darsteller. Erotikthirller? Nein. Das trifft es nicht. Aber nah dran. Und keine "skandalösen" Sexszenen, wassn Blödsinn. Liebhaber von Laufmaschen dürften aber auf ihre Kosten kommen, hihi. Irgendwo habe ich gelesen, dass gerade diese Szenen für Juliette Binoche anstrengend waren, weil Jermy Irons immer wieder fragte: "Wie hab ich ausgesehen? Hab ich toll ausgesehen? Hauptsache, ich hab toll ausgesehen!"

Der Film fasziniert so sehr, weil er in sich absolut stimmig ist. Weil man als Zuschauer die Katastrophe kommen sieht. Weil Anna so rätselhaft bleibt und man anfangs glaubt, sie zu verstehen.

Wow, der Film ist ein Kino-Diamant!!
Alle Achtung!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieser Film ist wirklich sehr Anspruchsvoll genacht und auch mit sehr guten Darstellern besetzt worden.
Kleiner Tip von mir: Lolita - Ungekürzte Originalfassung unbedingt kaufen! ;)
Kein gewöhnlicher Film
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Wer hat nicht schon daran gedacht sein Leben umzukrempeln, hat es vll getan und oft spielt dabei ein anderer Mensch eine Rolle.
Diesen Film sollte sich jeder in einer stillen Minute anschauen und zwischen den Zeilen die Töne wahrnehmen.
Rezension: Wozu Leidenschaft führen kann.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auf der Rückseite der DVD-Beschreibung steht zu lesen: "Stephen Fleming ist Staatssekretär im britischen Parlament: beruflich erfolgreich, aber gelangweilt in seinem Familienidyll. Doch dann lernt er die neue Freundin seines Sohnes kennen und stürzt sich in eine verhängnisvolle Affäre. Als der Sohn die beiden in flagranti ertappt, kommt es zur Katastrophe."

Hätte ich mich ausschließlich von dieser Kurzbeschreibung zum Kauf des Films beeinflussen lassen, hätte ich ihn gewiss nicht erstanden, sondern ihn als banalen Quatsch abgetan. Die Tatsache, dass Juliette Binoche die weibliche Hauptrolle im Film inne hat und Louis Malle der Regisseur ist, ließ mich aufhorchen und machte mich neugierig.

Anna (Juliette Binoche) ist die Freundin des Sohnes, von der in der Kurzbeschreibung die Rede ist. Sie ist schön, ihre Augen sind geheimnisvoll und genau dieser geheimnisvolle Blick ist es, der den Staatssekretär in Bann schlägt. Anna hat Trauer im Blick. In diese Traurigkeit hat sich der sensible, äußerst sympathische Sohn Flemings verliebt und zwar so sehr, dass er Anna heiraten, sie gewissermaßen retten möchte. Anna liebt Flemings Sohn, wie ihre Mutter vermutet, weil er ihrem toten Bruder sehr ähnlich ist. Demnach liebt sie ihren toten Bruder in Fleming jun. und diese neue Liebe ist eine bloße Obsession.

Anna berichtet von ihre Grundbeziehung zu ihrem Bruder, der sich als 16 jähriger aus Liebe zu ihr die Pulsadern aufschnitt, nachdem er sah wie das fünfzehnjährige Mädchen von seinem Freund Peter geküsst wurde. In Verzweiflung schläft Anna noch am Tag des Selbstmordes mit Peter, der später ihr bester Freund wird, bei, offenbar nicht aus Lust oder Liebe, sondern m.E. um sich schuldiger am Tod ihre geliebten Bruders fühlen zu können.

Den smarten Perfektionisten Fleming lernt Anna auf einem Empfang kennen. Sie weiß, dass er der Vater ihres zukünftigen Mannes ist. Die beiden schauen sich in die Augen und von da an ist Fleming Anna willenlos verfallen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass Fleming sich in seinem Familienidyll gelangweilt hat, bevor er Anna kennenlernte, sondern eher den, dass er sich glücklich schätzte einen perfekten privaten Rahmen für seinen perfekten Habitus als Staatssekretär zu besitzen. Fleming hat sein Leben völlig unter Kontrolle, ist verkopft, alles läuft in erfolgreichen Bahnen bis ihm die Frau seines Lebens begegnet. Er kann dieser Frau nicht widerstehen, obschon er ein solches Verhaltensmuster stets abgelehnt zu haben scheint, wie in einem Dialog mit seiner Frau zu Anfang deutlich wird.

Fleming als kalten Karrieristen zu verschubladen scheint mir falsch. In meinen Augen lernt dieser Mann die Wucht seiner Fähigkeit zur Leidenschaft das erste Mal richtig kennen, nachdem ihm Anna begegnet ist. Damit kann er nicht umgehen, wird zur somnabulen Ziehpuppe dieser Leidenschaftlichkeit, die ihn dazu veranlasst, Sohn und Ehefrau zu verraten. Er kann nicht anders.

Die heimlichen Begegnung zwischen ihm und Anna sind ein Fest der Sinne und ähnlich wortlos wie die Liebesszenen, die man aus Salz auf unserer Haut kennt. Die Liebe zwischen Mann und Frau wird dargestellt als ein bedingungsloser körperlicher Akt des Ineinander-Verschmelzen-Wollens, der in dieser Intensität nicht lebbar ist und deshalb in irgendeiner Form zur Katastrophe führen muss. Die Form die Malle gewählt hat, will ich an dieser Stelle nicht ausbreiten, um dem Zuschauer die Spannung nicht zu nehmen.

Nicht nur die Folgen dieser Liebe, sondern auch diese Liebe selbst verändern Fleming, der auf diese Weise zu sich selbst findet und die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen lernt, weil alles an Bedeutung verliert, wenn man dieses Gefühl irgendwann einmal kennen gelernt hat.

Die Sexszenen fand ich übrigens nicht skandalös, sondern sehr feinsinnig dargestellt, sowohl von Juliette Binoche als auch von Jeremy Irons. Alle Beteiligten sind Opfer ihrer Gefühle. Einen Schuldigen gibt es m.E. nicht.
Grasser Liebesfilm
5 Punkte 5 von 5 Punkten
... es siegt das moralisch einwandfreie Ende.
Die Anziehung zwischen den zwei sich wahnsinnig Liebenden kommt wunderbar rüber. Viel geht über Blicke. Das bittere Ende ist allerdings ein wenig konstruiert...
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: And Now ... Ladies and Gentlemen

And Now ... Ladies and Gentlemen
mit Jeremy Irons, Patricia Kaas, Thierry Lhermitte, Regie: Claude Lelouch

DVD von 3L Film GmbH & Co. KG
Preis bei Amazon: EUR 7,99, Angebote ab EUR 4,05

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Februar 2010
Zoom ± Produkt-Bild: And Now ... Ladies and Gentlemen

Aus der Amazon.de-Redaktion


And now... Ladies and Gentlemen verwickelt seine beiden Hauptdarsteller Patricia Kaas und Jeremy Irons in eine Jetset-Romanze, die uns durch das Hochglanz-Marokko von Regisseur Claude Lelouch führt.
Claude Lelouch wurde Mitte der 60er-Jahre mit Ein Mann und eine Frau schlagartig bekannt. Der Film gewann die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes und überführte die formalen Innovationen der Nouvelle Vague in glatte Kommerzialität. Seitdem ist Lelouch auf melancholische, extrem stilisierte Melodramen abonniert, und es fällt in der Rückbetrachtung schwer, seine Filme auseinander zu halten. Auch And now... Ladies and Gentlemen, der im Wettbewerb um den furchtbarsten Filmtitel kaum Konkurrenz zu scheuen bräuchte, ist da keine Ausnahme.
Patricia Kaas spielt ein wenig sich selbst: eine verträumt dreinblickende Sängerin, die die nobelsten Hotelbars Marokkos mit ihrem Gesang beglückt. Doch die introvertierte Diva leidet an einer mysteriösen Krankheit, die zu Black-outs führt und ihre Haut im Vergleich zu allen anderen Darstellern unwirklich weiß erscheinen lässt. Erst als der Gentleman-Gauner Valentin Valentin (Jeremy Irons) in ihrer Umgebung auftaucht, beginnt die blasierte Blasse aufzublühen.
Mr Irons darf ein ums andere Mal seine Verwandlungsfähigkeit demonstrieren, wenn er als Jetset-Gauner den Juwelier Bulgari mal in London, dann in Paris beklaut. Auch wenn der Film der Sängerin Patricia Kaas viel Raum gibt, ist ihre Besetzung angesichts der arg limitierten darstellerischen Möglichkeiten zumindest fragwürdig. Die Geschichte bietet wenige Überraschungsmomente, die routinierte, mitunter elegante Inszenierung lässt die knappen zwei Stunden am Zuschauer jedoch vorbeifliegen wie eine Frühlingsbrise. Mancher wird Lelouchs Stil als platte Werbefilmästhetik empfinden, ein anderer wiederum mag begeistert in den bunten Bildern schwelgen. Es ist wie immer eben auch eine Frage des Geschmacks. --Thomas Reuthebuch
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Dieb mit Amnesie
3 Punkte 3 von 5 Punkten
So irreführend wie der Titel - er enthält den Namen einer Yacht und ist keine Ansage - ist auch die Erzählweise. Claude Lelouch stellt ein richtungsweisendes Zitat an den Anfang des Films Das Leben ist ein Schlaf, dessen Traum die Liebe ist. So kann er, was im wirklichen Leben unmöglich ist, tun: Szenen öfters wiederholen oder dasselbe aus anderer Perspektive zeigen. Manches greift so überraschend vor. Lelouch erzählt die Handlung nicht linear, sondern er zerschneidet sie. Dadurch entsteht ein interessantes Geflecht, das ab und zu von Patricia Kaas Chansons untermalt wird. Dazu gibt es auch noch das einzige gesungene Telefonat von ihr. Claudia Cardinale hat eine etwas unglückliche Rolle übernommen. Und am Ende höchst sonderbar gleich zwei Happy Ends für den tollen Jeremy Irons, den wir gleich in mehreren Verkleidungen sehen und dessen Überfälle auf Juwelierläden neu sind. Es ist anspruchsvolle Unterhaltung mit eindrucksvollen Bildern.
Kaas really shines in this film
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Well...I like Patricia Kaas. She is a beautiful lady and an extremely gifted and versatile singer. Her acting in this film is more than competent and from my point of view about the only redeeming feauture of this film. She very gently captures the essence of the lonely singer with a very serious helath problem. However what I tremendously dislike about the film is the shameless product placement for a well known French chain of hotels. The other thing is that the story seems to meander for way to long without really deciding what the film is about and what it wants to be. On a positive note you may argue that the film is not predictable but you could also say it's plainly boring because of the lack of cohesion. There are some nice shots in the film bujt you can't help thinking that all the parts just don't add up to anything at all. It really is a pity bevcause Kaas really shines in this film.
prima
4 Punkte 4 von 5 Punkten
jeremy irons und patricia kaas ein garant für ein himmliches filmvergnügen. toller soundtrack, ein film, der sich lohnt.
Entrückt
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Seit meine Mutter mich zum Jeremy-Irons-Fan gemacht hat, liebe ich auch im realen Leben diesen hageren, groß gewachsenen, ein bisschen verschlossenen und in die Jahre gekommenen Männertypus. In diesem Film brilliert nicht nur Herr Irons, auch Patricia ist mit ihren über 40 eine strahlende Kindfrau von subtiler Erotik und charmant-entrücktem Wesen. Diese Entrücktheit führt sie schließlich zu ihrem Filmpartner, wobei der Zuschauer sich in einer Odyssee warmer Farben und intensiver Landschaftsbilder verlieren kann, ohne dass es kitschig wird. Die sinnlich-rauchige Stimme der Kaas rundet diesen sehr atmosphärischen Film perfekt ab. Ich hab's genossen. Die Synchro finde ich übrigens gelungen, zumal Patricia auch die deutsche Stimme spricht.
Der emotionale Spitzen-Thriller von Oscar-Preisträger Claude Lelouche
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In der federleichten Komödie (Thriller) outet sich Jeremy Irons ("Lolita"; "Stirb Langsam 3") als komisches Talent, während sich Patricia Kaas (als erfolgreiche Sänger der auf Deutschlandtour),für weitere anspruchsvolle Rollen empfiehlt. In einer Nebenrolle brilliert Claudia Cardinale als liebesbedürftige Alt-Diva. Der Abschlussfilm des Festivals 2002 in Cannes wird somit nicht nur frankophilen Filmfans köstliche Stunden bereiten.

Spitze, wir Jeremy Irons zu seiner Diebesbeute gelangt. Sehr erfinderisch und gut umgesetzt.
Prima Film für alle ab 30!

Story:
Beide leiden unter Blackouts. Beide wollen ihre Vergangenheit hinter sich lassen: Der Gangster Valentin (Oscar-Preisträger Jeremy Irons) mehr Gentleman als Räuber inszeniert seine Coups mit Eleganz und Raffinesse. Er setzt Segel in ein neues Leben und träumt davon, seine Opfer zu entschädigen. Jane (Patricia Kaas) singt ihren Blues über verschmähte Liebe in marokkanischen Hotels. Ein Juwelendiebstahl verbindet den Betrüger und die Sängerin, ihr Alibi schweißt sie zusammen.

Bonus:
Wahlweise deutsche Kinofassung oder Directors Cut inkl. Geschnittener Szenen der französischen Originalversion, Deleted Scenes, Making of (deutsche UT), Original Kinotrailer, Interviews mit Jeremy Irons, Patricia Kaas und Claude Lelouch, Filmographien von Darstellern und Regisseur, Promptview
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Alles nur Theater

Alles nur Theater
mit Jeremy Irons, Sir Anthony Hopkins, Prunella Scales, Regie: Michael Winner

DVD von Euro Video
Preis bei Amazon: EUR 7,99, Angebote ab EUR 2,85

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Sept. 2009
Zoom ± Produkt-Bild: Alles nur Theater

Produktbeschreibung


A - Spielfilme A-Z - Alles nur Theater
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

2 Kundenrezensionen:

Amüsanter Film
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der Film ist ja schon etwas älter, daher muss man schon Spaß daran haben, Leute in einer seltsamen Mode herumlaufen zu sehen :) Der Film hat an sich Spaß gemacht, die Schauspieler ebenso. Es ist kein Knaller-Kino Film aber was witziges für nen Abend. Nur die Bildqualität ist so als hätte man eine ältere VHS Kassette eingelegt, was mich aber auch nicht riesig gestört hat.
Ein Michael Winner-Film mit eigenwilligem Humor und zwei großen Stars
4 Punkte 4 von 5 Punkten
So im 'Vorbeigehen' entschloß ich mich kürzlich, diese DVD zu kaufen, deren witzige, dabei nicht sehr aussagekräftige Covergestaltung wenigstens Aufschluß über einige Mitwirkende gibt. Nach dem Einlegen des Films in den Player, klärte mich der Vorspann darüber auf: Ich hatte mir einen Michael Winner-Film besorgt! Und was für einen, ALLES NUR THEATER ist gespickt mit eigenwilligen Charakteren, die in ihrem ca. 93minütigen Zusammen- sowie auch Gegeneinanderwirken den skurrilen Charakter der britischen Küsten-Kommunität formen, in der soeben Guy Jones (Jeremy Irons) eintrifft ... allen voran Anthony Hopkins in seiner Rolle als Dafydd ApLlewellyn.

Guy Jones, von Natur aus schüchtern, wird von seiner Firma nach dem Tod seiner Frau in diese Kleinstadt versetzt, wo sich die Damenwelt schnell für ihn erwärmt, doch auch die Männer gewinnen ein Interesse am Kontakt zu Guy, denn er scheint Einfluß/Beziehungen zu haben, wovon sie profitieren wollen. Die Bewohner der Stadt haben auch eine Amateur-Theatergruppe und Guy läßt sich dazu überreden, im Ensemble mitzuwirken - das Stück "Beggar's Opera" soll aufgeführt werden, die Intendanz übernimmt Dafydd - Anthony Hopkins glänzt einmal mehr in einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben scheint. Die Proben ziehen sich in die Länge (in der Frühphase muß der Zuschauer den Eindruck gewinnen, daß dieses Stück niemals aufgeführt wird), doch im weiteren Verlauf avanciert Guy, der zunächst in einer nahezu unbedeutenden Rolle begann, zum Star dieser Truppe, deren Aufführung schließlich auch bejubelt wird. Den 'plötzlichen Ruhm' hat Guy allerdings keinesfalls alleinig seinem Talent zu verdanken, sondern den Sympathien, sowie den eigennützigen Interessen der Ortsansässigen, die ihn quasi 'pushen'. Und die Strömungen, die zu dieser 'Blitzkarriere' geführt haben, sind es, die den Film sehenswert machen ... zu sehen gibt es nicht allein Dafydd's eigenwilliges Familienleben, sondern ebenfalls einige senile Herren, sowie einen jugendlichen Punk und farblose Damen mit verborgenen Leidenschaften, außerdem gespannte Kneipenatmosphäre, 'Weiberkeile', außereheliche Seitensprünge, Eifersüchteleien, Intrigen, ein Ehepaar mit Swinger-Ambitionen, Ehe-interne, intime Bekenntnisse, die per Mithöranlage auch anderen Ohren nicht verborgen bleiben, eine geheime Liebesaffäre, buchstäblich plötzlich im Scheinwerferlicht, der Wunsch, allen gerecht zu werden und am Ende dennoch allein da zu stehen ... wirklich ALLES NUR THEATER oder erinnert einen vieles davon nicht durchaus an das 'wirkliche' Leben?! Genau das ist Michael Winner mit der Inszenierung dieser bewußt überspitzten Tragikomödie so gut gelungen: Die Grenzen zwischen beidem verschwimmen zu lassen, für die Beteiligten und, aus einem natürlich noch distanzierterem Blickwinkel heraus, ebenfalls für den Zuschauer.

Die gesamte DVD-Präsentation (und nicht allein das Cover) ist ein wenig unprofessionell. Zwar gibt es, neben der deutschen, auch die englische Originaltonspur, darüber hinaus (außer 10 Trailern) aber keine Extras - was allein auch noch nicht das Schlimmste ist. Ein wenig (!) bedenklich ist die Bildqualität. Noch während des Vorspanns bekam ich den Eindruck, mich würde jetzt ein Film aus den frühen 70ern erwarten und so überprüfte ich simultan schnell im Netz das Erscheinungsdatum (auf dem Cover konnte ich auch diesbezüglich keine Information finden): 1988. Für diesen Jahrgang sollte man eigentlich mehr erwarten können, die Farben sind überwiegend ein wenig blaß, das Bild weit entfernt von HD, aber keine Panik: Es gibt keine gelegentlichen oder gar permanenten Beeinträchtigungen - ich meine nur, es müßte sich mehr rausholen lassen.

1988 hatte Regisseur Michael Winner die Charles Bronson-"Death Wish"-Phase bereits hinter sich, Jeremy Irons drehte im selben Jahr mit David Cronenberg "Dead Ringers" und Anthony Hopkins war noch drei Jahre entfernt von der Verkörperung des Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" - derjenigen Rolle also, die wohl am stärksten mit seiner Person assoziiert wird. Obwohl sich alle drei im Laufe ihrer Karrieren bis heute als wandlungsfähig und flexibel erwiesen haben, stellt auch unter diesem Aspekt ALLES NUR THEATER eine kleine Ausnahmeerscheinung dar, paßt in diese Kathegorien so gar nicht hinein. Ein Ausnahmefilm, auch über die Dreier-Kombination hinaus, ist dieser Film aber ohnehin, keinesfalls im Sinne eines herausragenden Meisterwerks, eher unter dem Aspekt eines leicht zu übersehenden, sympathischen, kurzweilig inszenierten, dabei durch schrägen Humor erheiternden 'Kabinettstückchens', daß wenigstens der Cineast doch gern gesehen haben sollte ... ein etwas 'anderer' Film, der - in der richtigen Stimmung genossen - wirklich Spaß macht.
-- theSilentNoirFreak
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Kafka

Kafka
mit Jeremy Irons, Theresa Russell, Joel Grey, Regie: Steven Soderbergh

DVD von Universum
Preis bei Amazon: EUR 6,97, Angebote ab EUR 6,70

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Juni 2004
Zoom ± Produkt-Bild: Kafka
  • FSK 16

Produktbeschreibung


Oscar-Preisträger Jeremy Irons in einer fesselnden und ausdrucksstarken Hommage an den großen Franz Kafka. Der kränkelnde Kafka arbeitet in einem höchst autoritären Betrieb als Angestellter. Als sein Kollege Edouard zu einem geheimnisvollen Schloss gerufen und anschließend unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wird, wird der passive Kafka - ganz gegen seine Gewohnheit - zur Aktion gedrängt. Mutig schließt er sich einer Untergrundbewegung an und lernt die hübsche Gabriela kennen, für die er heimlich schwärmt. Als jedoch immer mehr Leichen gefunden werden und Gabriela auch noch verschwindet, überwindet Kafka seine Angst und Apathie und besucht schließlich selbst das geheimnisvolle Schloss. Dort macht er eine grauenhafte Entdeckung...
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

als Horror-Krimi gelungen, als Kafka-Hommage nicht!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Kafka ist krank. Immer häufiger spuckt er Blut. Seine Arbeit macht ihm auch keinen Spaß. Einerseits ist seine Tätigkeit scheinbar sinnlos und bürokratisch, andererseits quält ihn sein extrem cholerischer und strenger Chef, wo er nur kann. Die kleinste Verfehlung dient diesem Pedanten und Sadisten dazu, seine Untergebenen zu demütigen. Kafka erträgt das alles mit der ihm eigenen Gelassenheit, ja mit fast stoischem Gleichmut. Der einzige Mensch, mit dem er Kontakt pflegt und den er ein wenig mag, ist sein Kollege Edouard. Als just dieser Kollege zum geheimnisvollen Schloss gerufen wird, scheint es sich um einen Routinefall zu handeln. Doch Edouard wird nur wenig später unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden.
Kafka entschließt sich zu handeln. Er nutzt eine zufällige Begebenheit, um sich der Untergrundbewegung anzuschließen, und lernt dort Gabriela kennen. Die anfängliche Irritation, fast Abneigung weicht einer seltsamen Faszination.
Es tauchen immer mehr entstellte Leichen auf und eines Morgens ist auch Gabriela verschwunden. Kafka setzt nun alles daran, in das Schloss zu gelangen. Aus seiner Passivität wird eine nervöse Entschlossenheit. Doch was er im Schloss entdeckt, gleicht einem monströsen Alptraum, aus dem es kein Erwachen mehr zu geben scheint.

Im Jahr 1991 versuchte Steven Soderbergh, berühmt geworden als Regisseur von "Ocean?s Eleven" und "Ocean?s Twelve", "Sex, Lügen und Video", "Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte", "Solaris" und "Out of Sight", den Roman von Franz Kafka filmisch zu variieren.
Anstatt sich an das Buch "Das Schloss" zu halten, versuchte Soderbergh eine Hommage an Kafka mit Szenen des Buches zu verknüpfen und um den Alptraum, der im Schloss gegenwärtig wird, zu erweitern.
Und genau das ist das Problem dieses Films. Die Anfangsszenen, sein Büroalltag, die Bedrohung durch Unbekannte, das übermächtige Schloss, die Gänge, die er dort durchwandert: Alles ist absolut perfekt. Kafkaesk und virtuos, unfassbar dicht und atmosphärisch beeindruckend. Aber dann wird der Alptraum in Bilder gefasst. Aus der unsichtbaren Bedrohung, dem dräuenden Unheil wird ein sichtbare Gefahr. Eine Person, ein Gegner kristallisiert sich aus dem nebelhaften und unwirklichen "Mythos Schloss" heraus und wird gewöhnlich, wird normal, wird zu einem schlichten Verrückten und größenwahnsinnigen Menschen.
Dies nimmt dem Film und der Hommage die Kraft. Sie verortet die Geschichte damit auf das schlichte Niveau eines Horrorfilms. Zwar eines genialen und mit beeindruckenden Bildern versehenen Films, aber der Vorlage Kafkas wird er so nicht mehr gerecht. Ist es bei Kafka gerade die Unerreichbarkeit, die Sinnlosigkeit des Unterfangens, sich aufzulehnen, wird hier, mit den Zutaten eines Horrorfilms, daraus eine reale Gefahr und - schlimmer noch - der "Held Kafka" weiß ihr zu begegnen.
Dank der Leistung von Jeremy Irons fühlt sich der Zuschauer wie in diesen Alptraum versetzt und alle Zutaten sind geeignet, einem den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Wenn nicht Kafka und sein Werk Ziel dieses Films gewesen wären, es hätte ein großartiger Film sein können. So aber führt zumindest der Schluss zu dem Urteil: als Hommage an Kafka misslungen!

Fazit: Ein toller, spannender Horrorstreifen Soderberghs, der jedem Fan dieser Art von Filmen wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Einzig das Etikett "Kafka" verführt zu der Hoffnung, dem Werk dieses einmaligen Autors würde Ehre erwiesen. Dies ist aber leider nicht der Fall. Das Urteil ist also zwiespältig. Als Horrortrip genial, als Kafka-Hommage unteres Mittelmaß.

Stefan Erlemann
Kafka-Kaleidoskop
4 Punkte 4 von 5 Punkten
"Kafka", Steven Soderbergh's zweiter Film nach "Sex, Lügen & Video", vermischt Motive aus Kafka's bekanntesten Romanen ("Der Prozeß" und "Das Schloß") mit biographischen Details aus seinem eigenen Leben. Der Film eignet sich somit gleichermaßen zur Abrundung der eigenen Kafka-Kollektion oder auch zum erstmaligen Reinschnuppern in die surreale, beklemmende Welt des Autors. Die Schwarzweiss-Kulisse Prags, das Schauspiel von Jeremy Irons und der Score von Cliff Martinez lassen ein wunderbar "kafkaeskes" Feeling aufkommen und sind zugleich eine Hommage an das europäische Kino.

Der Versuch, möglichst viele Kafka-Motive und biographische Details zu einem sinnvollen "Plot" zusammenzusetzen, und vor allem das Ende (bei dem die surreale Bedrohung durch einen realen Bösewicht ersetzt wird) ist jedoch für meinen Geschmack zu amerikanisch und könnte so manchen Kafka-Fan enttäuschen. Vielleicht geschah dies aus kommerziellen Gründen; der Film floppte aber (wenig überraschend) dennoch an den US-Kinokassen. Trotzdem hat der Film, gerade auf DVD, durchaus seinen Reiz.
"Ich habe versucht, Alpträume nachzuzeichnen, Sie haben einen erschaffen."
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nach seinem sensationellen Erfolg von "Sex, Lügen und Video" drehte Steven Soderbergh als zweiten abendfüllenden Film ein Werk, das sich gängigen Genreeinteilungen entzieht. Basierend auf Motiven von Kafkas Romanen ("Das Schloss", "Der Prozess") und Stationen seines Lebens folgend entspinnt der Film eine verstörende Geschichte: Nach der Ermordung eines Versicherungsangestellen wird sein Arbeitskollege Kafka (Jeremy Irons) in dessen Verschwörerkreis eingeweiht. Die Geliebte des Ermordeten (Theresa Russell in einer gewohnt undurchsichtigen Rolle) verschwindet und der ermittelnde Polizist (Armin Mueller-Stahl) gibt deutlich zu erkennen, dass er keine Sympathien für Kafka hegt. Zwei neue Mitarbeiter erweisen sich als nur scheinbar tölpelhafte Zeitgenossen. Wie gut, wenn man einen literarisch interessierten Steinmetz kennt, der einem in Gefahr beisteht: Immer, so der Steinmetz, habe er Arbeit bekommen, wenn jemand von diesen beiden Männern mitgenommen worden sei. Auf eigene Faust recherchiert Kafka im Schloss und kommt zu einer entsetzlichen Erkenntnis. Als Kafkas Vorgesetzte sehen wir in weiteren Rollen Joel Grey (genau, der oscargekrönte Conférencier aus "Cabaret") und Sir Alec Guinness (in einer seiner letzten Rollen).
Die Bildästhetik orientiert sich deutlich am deutschen Expressionismus eines Robert Wiene oder F.W. Murnau. Die Figur des willenlosen Mörders erinnert an Cesare im "Cabinett des Dr. Caligari". Eine der Figuren im Film heißt sogar Dr. Murnau. Das mittelalterliche Prag erweist sich dafür natürlich als idealer Drehort. Immer wieder deuten die schrägen Kameraperspektiven auf den surrealen Charakter des Films.
Die Sequenz im Schloss ist in Farbe gedreht und beschwört Assoziationen an furchtbare Anti-Utopien wie "1984" oder Terry Gilliams "Brazil". Wie in vielen Ideologien wird das Bild eines "neuen Menschen" beschworen. Das Leben des Einzelnen ist nichts wert in einer totalitären Welt. "Big Brother is watching you" wird auf erschreckende Weise visualisiert. Ein Attentat misslingt, Kafka entkommt. Um sein eigenes Lebens zu schützen, leugnet Kafka zum Schluss die schreckliche Wahrheit. Aber da merkt er, dass er selbst sterbenskrank ist.
Soderbergh ruinierte mit dem bescheidenen finanziellen Erfolg des Films für Jahre seinen Ruf als Regie-Wunderkind. Erst mit "Out of Sight" gelang ihm ein Comeback. Nach einigen Mainstreamfilmen versuchte er mit "The Good German" einen weiteren Kunstfilm, der aber nicht im Geringsten so fesselnd und mehrdeutig wie dieses Frühwerk ist. Wirklich ein Film, der das mehrfache Ansehen lohnt. Wer allerdings ein Kafka-"Biopic" erwartet, ist einfach im falschen Film.
Es ist sehr bezeichnend für Hollywood, dass der Film bei den Oscars vollkommen übersehen wurde. Kamera, Ausstattung und Filmmusik (eine suggestive Zithermusik, die manchmal an den "dritten Mann" erinnert) hätten eine Nominierung verdient.
Bild und Ton sind gut, die Ausstattung der DVD ist allerdings bescheiden. Außer Untertiteln in Deutsch und Englisch, sowie ein paar Trailern (allerdings nicht zum Hauptfilm) gibt es keine Extras. Der Film ist allerdings eine Klasse für sich. Eine Kommentierung würde wahrscheinlich sogar stören.
Ansehen, darüber nachdenken und dann noch mal ansehen!
bilderrausch !
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Regisseur Steven Soderbergh bietet mit seinem KAFKA einen bildergewaltigen Schwarz-weiß-Film, wie man ihn seit den 30er, 40er Jahren nicht gesehen hat. Daß dies nicht mit einer Verfilmung des Lebens von Franz Kafka verwechselt werden darf, ist natürlich klar. Kafka Themen und Bilder werden geschickt gemixt, ein ganz wunderbarer Cocktail kommt heraus; sehr gruselig und spannend ist der auch noch. Der sehr präsente englische Schauspieler Jeremy Irons passt optimal dazu.
wow! wirklich gut
5 Punkte 5 von 5 Punkten
auf welche lichtblicke man doch immer wieder stößt! kafka ist einer dieser filme, die anders sind, die einen tieferen sinn verfolgen, stimmung aufbauen können und dabei technisch wie auch schauspielerisch einwandfrei sind! hat mir ausgezeichnet gefallen, nur zu empfehlen!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Eine Liebe von Swann

Eine Liebe von Swann
mit Jeremy Irons, Ornella Muti, Alain Delon, Regie: Volker Schlöndorff

DVD von KINOWELT
Preis bei Amazon: EUR 19,99, Angebote ab EUR 12,50

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Eine Liebe von Swann
  • FSK 16

Produktbeschreibung


Kinowelt Eine Liebe von Swann - Arthaus, USK/FSK: 16+ VÃ--Datum: 10.10.08
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

2 Kundenrezensionen:

Hier sollte man ausnahmsweise mit einem der Extras anfangen,
5 Punkte 5 von 5 Punkten
nämlich dem Interview, in dem Volker Schlöndorff, der Regisseur, über die Dreharbeiten und das Konzept des Films berichtet. Mit dem Hintergrundwissen aus diesem Gespräch - warum nicht C. Deneuve sondern O. Muti die weibliche Hauptrolle spielt, wie sich A. Delon in den Film hineingedrängt hat, wie Schlöndorff zu der Regie kam; dass hier nur das Gechehen an einem einzigen Tag dargestellt wird; dass es auch darum geht, die französische Gesellschaft darzustellen und zu demaskieren. Wenn man erfährt, dass echter millionenschwerer Cartier Schmuck benutzt wurde - und welche Auswirkungen das hatte...Wenn man all dies vorher weiß, dann wird dieser sehr ruhige und ungemein liebevoll ausgestattete Film erst wirklich spannend. Worum es geht: Um die Liebe Swanns, eines Juden, der deshalb in der Gesellschaft ohnehin nur geduldet ist, zu Odette, einer Kurtisane. Wie er sich vor Eifersucht verzehrt, wie beide umeinander her gehen, wie sie letztlich zueinander finden. Sehr viel Handlung hat das nicht (wie auch bei Proust!), aber sehr viel Atmosphäre...

P.S. Eine wunderbare Reportage über die Dreharbeiten hat Marie Luise Scherer geschrieben. Man findet sie in dem ohnehin äußerst lesenswerten Buch "Der Akkordeonspieler"!
Swann entscheidet sich für eine Liebe
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Hier geht es um Proust, und das heißt, es geht vor allem auch um Prousts Unverfilmbarkeit. "Eine Liebe von Swann" ist nur ein kleiner Teil des großen, volumenreichen Klassikers "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Aber schon dieser kleine Teil des Werkes erweist sich als sperrig, als zur Leinwand nicht wirklich kompatibel. In der Geschichte geht es um zu viele Dinge, die kaum visualisiert werden können. Ein Beispiel: Wie zeigt man die unerträgliche Langeweile der gehobenen Gesellschaft, ohne dabei auch den Zuschauer des Films unerträglich zu langweilen? Nicht einfach, würde ich sagen.

Der Film springt daher mitten in die Handlung. Während man bei Liebesgeschichten mit dem Kennenlernen beginnt, wird das hier einfach ausgespart. Man sieht eine große Liebe schon in voller Entwicklung, vielleicht sogar schon jenseits des Höhepunktes. Wir sehen Eifersucht, Zweifel und Korruption. Vor allem sehen wir aber einen Mann, der sich selbst bewusst der Lächerlichkeit preis gibt, dem genau das aber so weit überlegen gegenüber dem Scheinleben der Zeitgenossen erscheint, dass man ihm nur beipflichten kann. Und die Frau? Die er so liebt? Man fragt sich, ob es auf sie überhaupt ankommt. Eine Projektionsfläche ist sie, eher einfach, garnicht so hübsch, nicht gebildet und nach den Ansprüchen einer bürgerlichen Gesellschaft ist sie ehrlos.

Soll man seinen Ruf, sein Leben, für eine solche Frau opfern? Man muss es wohl sogar. Denn Swann lebt, ganz im Gegensatz zu seiner Umgebung. In seinem Verhalten zeigt sich eine Stärke, die wohl seinen und unseren Zeitgnossen in der Regel fehlt. Nur leider ist es ein Luxus, diese Stärke zu zeigen, und so nimmt die Geschichte einen Weg, der wohl in keiner Hinsicht zu Swanns Gunsten verläuft. Aber so ist das mit Helden. Sie enden tragisch, manchmal auch lächerlich. "Der Dorn in seiner Hose sticht keine Rose", dieser geniale Satz aus dem Film fasst das Problem wohl ganz gut zusammen.

Der Film ist mit Jeremy Irons und Ornella Muti mutig und damit großartig besetzt. Der Film lässt sich viel Zeit für die Darstellung eines Paris der Jahrhundertwende. Und bei der Führung der Schauspieler durch die komplexe Story - die ja nicht einmal vollständig erzählt wird - ist dem Regisseur Großes geglückt. Es lohnt, den Film zu sehen, aber man sollte sich dafür bewusst Zeit nehmen.

Eines der Extras enthält ein ganz spannendes Interview mit Schlöndorff, dem Regisseur, der über das Zustandekommen des Films und über die Neurosen von Allain Delon berichtet. Auch ganz unterhaltsam.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Dead Ringers - Die Unzertrennlichen

Dead Ringers - Die Unzertrennlichen
mit Jeremy Irons, Geneviève Bujold, Heidi von Palleske, Regie: David Cronenberg

DVD von Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Preis bei Amazon: EUR 6,99, Angebote ab EUR 2,99

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Juni 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Dead Ringers - Die Unzertrennlichen

Produktbeschreibung


Dead Ringers - Die Unzertrennlichen DV
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

2 Kundenrezensionen:

Ein Meilenstein!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Cronenberg gehört seit jeher zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren. Mit "Dead Ringers" liefert er ein verstörendes Meisterwerk ab, in dem er die für ihn typischen Themen verhandelt, zu denen - gerade in seinen mittleren Filmen - immer wieder die Extension des Körpers und die Verwischung von Unterscheidung wie Mensch-Maschine, Natur-Technik usw. gehört. Davon abgesehen spielen die beiden Hauptdarsteller und vor allem Irons atemberaubend. Ein filmisches Kunstwerk und ein Meilenstein!
Verstörend und sehenswert!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Und auch hier verstört David Cronenberg den Zuschauer erneut: Bis zu diesem Film beschäftigte Cronenberg sich mit der thematik der Metamorphose und zelebrierte Bilder die ekeln und ihm den Ruf als Blutfilmer einbrachten.Mit diesem film beschäftigte er sich mit der Psyche des Menschen und auch wenn der Blut und Ekel Anteil sich seitdem mehr in der Phantasie der Zuschauer abspielt so hat Cronenberg seinen einzigartigen stil beibehalten.
Intelligenten Horror schafft halt nur er,der David Lynch des Horrors , und auch mit diesem Film wühlt er so ziemlich in den Köpfen der Zuschauer herum.
Das hat soviel Intensität das so mancher vordergründiger Schocker ganz schön alt dagegen aussieht.
"Die Unzertrennlichen" ist verstörendes,intelligentes,kontroverses aber sehenswertes Kino auf höchstem Niveau.

Dies ist die x- te DVD Veröffentlichung dieses Filmes und auch diese ist leider ziemlich schlecht.

Film:*****
Bild:**
Ton:*
Extras:----
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Wiedersehen mit Brideshead (3 Disc Set)

Wiedersehen mit Brideshead (3 Disc Set)
mit Jeremy Irons, Anthony Andrews, Phoebe Nicholls, Diana Quick, Regie: Charles Sturridge, Michael Lindsay Hogg

DVD von KSM GmbH
Preis bei Amazon: EUR 22,05, Angebote ab EUR 14,94

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: April 2009
Zoom ± Produkt-Bild: Wiedersehen mit Brideshead (3 Disc Set)

Produktbeschreibung



Im Jahr 1945 veröffentlichte der englische Schriftsteller Arthur Evelyn Waugh (1903 ? 1966) seinen Roman ?Wiedersehen mit Brideshead - Die heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder?. Ein Jahr zuvor war er durch einen Unfall gezwungen gewesen, etwas kürzer zu treten. In den folgenden sechs Monaten entstand so der bekannte Roman über den Verfall einer englischen Adelsfamilie. Später nannte Waugh selbst ?Wiedersehen mit Brideshead? das Beste, was er in seinem Leben geschrieben hat. Und das waren immerhin fast 30 Romane, Reiseberichte und Biografien. Bekannt wurde er für seine meist zeitkritische und sarkastische Schreibweise, oft stammten die Figuren in seinen Geschichten aus der Oberschicht oder dem englischen Adel.

 

Da Waugh selbst 1930 zum Katholizismus übergetreten war, wollte er in ?Wiedersehen mit Brideshead? ?die Wirkung der göttlichen Gnade auf den Kreis seiner Hauptfiguren untersuchen?, wie er 1959 in einem Vorwort dazu schrieb. Denn am Ende spielen der Glaube und das ewige Dilemma zwischen Schuld und Sühne eine gewichtige Rolle in diesem Buch, werden doch fast alle Handlungen der Figuren davon bestimmt, selbst wenn dadurch das eigene Unglück noch vermehrt wird.

 

Zu Lebzeiten galt Evelyn Waugh als durchaus streitbarer Charakter, der sehr konservativ und exzentrisch auftrat und sich gegen Reformen innerhalb der Katholischen Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil genauso auflehnte wie gegen soziale Reformen im Nachkriegs-England.

 

Das TIMES-Magazine zählt ?Wiedersehen mit Brideshead? zu den 100 besten Romanen der Weltliteratur. Durch die Verfilmung im Jahr 1982 wurde die Geschichte von Charles Ryder auch dem Fernseh-Publikum zugänglich gemacht. Die prominente Auswahl von Darstellern wie Jeremy Irons, Anthony Andrews, Diana Quick, John Gielgud und Laurence Olivier sowie die opulente Inszenierung sorgte für große internationale Erfolge. Bis heute gilt die Serie als eine der zehn besten Sendungen, die je für das englische Fernsehen produziert worden sind.

 

Gedreht wurde ?Wiedersehen mit Brideshead? auf dem Howard Castle in Yorkshire. Die Oxford-Szenen entstanden dort, wo auch der Autor Evelyn Waugh sein Studium absolvierte: Am Hertford College der renommierten Universitätsstadt, das er ebenfalls ohne richtigen Abschluss verließ. Die Gründe dafür weisen Parallelen zu seiner Hauptfigur Charles Ryder auf. Für die Szenen auf See wurde das Kreuzfahrtschiff ?Queen Elizabeth 2? zum Schauplatz des Geschehens.

 

?Wiedersehen mit Brideshead? wurde mit sieben BAFTA-Awards ausgezeichnet und gewann einen Emmy und zwei Golden Globes. Besonders die Leistungen des Hauptdarstellers Anthony Andrews als Sebastian Flyte wurden mit einem Golden Globe und einem BAFTA-Award bedacht.

 

Für das Jahr 2008 ist eine Kino-Neuverfilmung des Romans geplant, in der Matthew Goode (Charles Ryder), Ben Whishaw (Sebastian Flyte), Emma Thompson (Lady Machmain) und Michael Gambon (Lord Marchmain) für die Rollen vorgesehen sind.

 

Die DVD von KSM präsentiert die komplette Spielfilmserie mit einer Gesamtlaufzeit von 647 Minuten in einer Box auf drei Discs in Deutsch sowie im englischen Originalton. Untertitel sind in Deutsch verfügbar. Zusätzlich zu den Filmen ist diverses Bonusmaterial enthalten inklusive einer Dokumentation zur Verfilmung.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

2 Kundenrezensionen:

Eine typisch britische qualitativ hoch stehende Fernsehserie
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Habe seinerzeit die britische Fernsehserie "Wiedersehen mit Brideshead"
gesehen und war damals vom Film, den Darstellern (speziell vom seinerzeit noch
unbekannten Jeremy Irons) und der Ausstattung begeistert. Nun habe ich bei AMAZON die DVD erstanden und festgestellt, dass dieser Film nichts von seiner Faszination
verloren hat und auch der Inhalt nach wie vor aktuell ist.
Unbedingt kaufen und sich daran erfreuen.

Eleonore S., Wien
Eine der besten britischen Serien aller Zeiten
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Über 10 Stunden dauert die Mini-Serie und wenn man am Schluss sagen kann, dass davon keine einzige Minute zu viel war, dann heißt das schon jede Menge! Die Literatur-Verfilmung, mit der Jeremy Irons zum Star wurde, wurde mit Preisen geradezu überschüttet und gilt als eine der besten britischen Serien aller Zeiten. Und womit? Mit Recht! Die Schauspieler sind 1A; Kostüme, Drehorte und Ausstattung der Hammer! Und gerade, weil die Qualität der Fernsehproduktion so hoch ist, spielt es überhaupt keine Rolle, dass die Bildqualität der Serie von 1981 mit heutigen Standards nicht mehr mithalten kann - dies aber auch nicht muss. Ist doch echt egal. Also: kaufen und genießen!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Lolita - Ungekürzte Originalfassung

Lolita - Ungekürzte Originalfassung
mit Jeremy Irons, Melanie Griffith, Frank Langella, Regie: Adrian Lyne

DVD von Universum Film GmbH
Preis bei Amazon: EUR 39,95, Angebote ab EUR 34,96

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Juli 2001
Zoom ± Produkt-Bild: Lolita - Ungekürzte Originalfassung

Produktbeschreibung


Humbert verliebt sich rettungslos in die erst zwölfjährige Lolita. Dank einer unglaublichen Verkettung von Umständen gelingt es ihm sogar, die Schülerin zu seiner Geliebten zu machen. Gemeinsam begibt sich das seltsamste aller seltsamen Paare auf eine ziellose Autoreise durch Amerika, ein Land, so jung, rätselhaft, kindlich und gefährlich wie Lolita selbst. Viel zu spät erkennt Humbert, daß sein wiederentdecktes Paradies der Vorhof zur Hölle ist und er systematisch zerstört, was er liebt...
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Altersbegrenzung übertrieben
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Alles in allem ein sehr interessanter, wenn auch langwieriger Film. Die Darstellungen der Akteure fand ich sehr gut. Allerdings wollte sich keinerlei Spannung aufbauen. Was mich jedoch enttäuschte, war das man von Beginn an vorhersehen konnte wohin das ganze verlief.
Die Altersbegrenzung ab 18 Jahren finde ich übertrieben, da die Nacktaufnahmen kaum wahrnehmbar und auch nicht pornografisch angehaucht waren. Eine Altersbegrenzung von 16 Jahren wäre auf Grund des Themas des Filmes dennoch zu empfehlen.
Ein literarisches Meisterwerk, meisterlich verfilmt!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Schon seit Jahren eine meiner Lieblingserzählungen von Vladimir Nabokov und kongenial verfilmt mit Jeremy Irons als Humbert Humbert und der sehr verführerischen Dominique Swain als Dolores Haze. Adrian Lyne, der schon mit 9 1/2 Wochen ein erotisches Meisterwerk abgeliefert hat, hatte in der Zeit in der er den Stoff verfilmte natürlich mehr Freiheiten, was die Erotikszenen angeht als sein Vorgänger Stanley Kubrick und so gibt es einige sinnliche Szenen, die einem ein Kribbeln auf der Haut zurück lassen, wenn man sich nicht gerade daran erinnert, dass in Nabokovs Erzählung Dolores gerade 11, oder 12 Jahre alt ist. Swain geht mit gutem Willen als sehr reife 15jährige durch, die im Film, anders als im Buch, auch mal die Initiative ergreift, was aber aus Humbert Humbert auch fast schon wieder einen Unschuldigen macht, der er ebenfalls im Roman nicht ist.
Warum diese Version des Films ab 18 ist, bleibt mir zwar schleierhaft, denn außer einer sehr freizügigen Nacktszene Irons und Swain, habe ich jetzt nicht wirklich einen Unterschied zur Fernsehversion erkannt.
Die DVD punktet aber mit einem ausführlichen Bonusmaterial.
Lolita - Ungekürzte Originalfassung
Erotisch und auch etwas verboten
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Im Grunde ist dieser Klassiker der Erotikgeschichte sehr gewagt besonders an der Grenze des verbotenen. Nicht desto trotz sollte man diesen Film gesehen haben da er einen wirklich sehr nahe geht.
Banale Bebilderung eines Klassikers
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Es ist immer sehr mutig, einen Klassiker zu verfilmen, erst recht, wenn bereits eine kongeniale Adaption vorliegt (Lolita hier von Stanley Kubrick). Aber natürlich ändern sich die Zeiten und dementsprechend auch der filmische Zugang zu einem Roman. In den 1990er Jahren wurde dazu Adrian Lyne für eine weitere Verfilmung verpflichtet. Was ihn allerdings nach der reißerischen "verhängnisvollen Affäre" und dem albernen "unmoralischen Angebot" dazu prädestiniert haben sollte, ist mir schleierhaft, "Lolita" ist schließlich ein sehr komplexer Roman Vladimir Nabokovs und nicht irgendein Sexroman. Die Besetzung lässt erst einmal das Herz des Zuschauers höher schlagen: Jeremy Irons als Humbert Humbert, Melanie Griffith als Charlotte Haze und Frank Langella als Clare Quilty. Die begabte Newcomerin Dominique Swain spielt Lolita.

Die Handlung dürfte bekannt sein. Der etwa 40jährige englische Literat Humbert Humbert mietet sich bei seinem USA-Aufenthalt bei der verwitweten Charlotte Haze ein. Zur Tarnung seiner Leidenschaft für ihre Tochter Lolita heiratet er Charlotte. Als sie hinter sein Geheimnis kommt, verunglückt sie tödlich. Humbert reist mit seiner Stieftochter quer durchs Land, fängt ein sexuelles Verhältnis mit ihr an, verliert Lolita schließlich an den obskuren Literaten Clare Quilty.
Anders als bei Kubricks Film scheint das Drehbuch am Roman zu kleben. Immer wieder werden Humberts Gedanken von einem Off-Sprecher verdeutlicht. Bei Literaturverfilmungen sollte man diesen Kniff nicht überstrapazieren, da sich der berechtigte Eindruck aufdrängt, die Filmemachen hätten ihren Stoff nicht im Griff, hätten keine Bilder, Dialoge für ihre Ideen gefunden. Selbst die Vorgeschichte Humberts wird dargestellt, das Leiden des Vierzehnjährigen, der seine gleichaltrige Geliebte verliert. Die Romanteile, die Humberts Verstellungskünste zeigen, wurden allerdings weggelassen, nicht sehr konsequent. Humbert ist hier schon zu Beginn ein Häufchen Elend, das sich gar nicht gegen die vermeintlichen Verführungskünste der Nymphe Lolita schützen kann. Unbewusst übernimmt der Zuschauer Humberts Perspektive. Die melancholische Musik Morricones ist zauberhaft, aber vollkommen unpassend. Jeglicher Sarkasmus fehlt dem Film. Die Lacher sind sehr bemüht, etwa wenn Humbert bei einem Arzt ein Schlafmittel bekommen möchte, mit dem man auch eine Kuh einschläfern könne.

Es wird der Versuch unternommen, verschachtelte Handlungsstränge chronologisch wiederzugeben. Das ist etwas so spannend, wie das Langziehen von Luftschlangen, um dann enttäuscht festzustellen, dass es nur dünne Papierstreifen sind. Tipp nebenbei: Ein guter Cutter erkennt, wie lang eine Szene sein muss!
Die Ausstattung bildet perfekt die Atmosphäre einer Kleinstadt der späten 1940er Jahre ab, führt aber auch zu einer gewissen Distanzierung. Melanie Griffith ist die attraktive Sirene, aber in keiner Szene die zutiefst verzweifelte Witwe auf der Suche nach neuem Liebesglück. So berührt ihr Filmtod trotz Großaufnahme ihres Gesichts kaum. Wirklich ärgerlich ist eine Szene, in der Lolita während einer Sexszene mehr Geld von Humbert Humbert fordert. Die gibt es in ähnlicher Form auch im Roman, aber dort ist sie eingebettet in das absolute Ausgeliefertsein Lolitas. Diese singuläre Szene im Film lässt Lolita als berechnendes Flittchen erscheinen.
Ein Problem, an dem auch Kubricks Version zu knabbern hatte, lässt sich filmisch nicht lösen. Humberts Erkenntnis, Lolita aufrichtig zu lieben, manifestiert sich an einer "verwelkten", für Humbert sexuell nicht mehr so begehrenswerten Frau. Er liebt sie immer noch, obwohl er ihre Veränderung wahrnimmt. Hier ist Dominique Swain aber besonders unglaubwürdig: Eine hässliche Strickjacke und eine schlecht sitzende Brille machen sie nicht erwachsen oder "verwelkt". Im Vergleich zu Masons Darstellung (bei Kubrick) in dieser Szene wirkt Irons fast somnambul, wahre Verzweiflung stelle ich mir anders vor.
Als einzigen Pluspunkt in diesem Film sehe ich die Darstellung Langellas als Quilty. Seine Präsenz wirkt sehr bedrohlich (Humbert erinnert sich immer an Lichtflackern). Zugegebenermaßen wirkt es nicht überzeugend, dass sich Lolita in diesen alternden, impotenten (sic!) Schönling verliebt, aber sein Todeskampf ist so grotesk überzeichnet, dass er an die schwarzhumorigen Seiten Nabokovs noch am ehesten heranreicht. Und: Hier zeigt Langella wirklich alles!

Fazit: Trotz einer überwiegend überzeugenden Hauptdarstellerin ist der Film sehr enttäuschend. Er bildet Handlung ab, ohne zum Kern des Romans vorzudringen. Die fatale Identifizierung mit Irons verharmlost den Missbrauch. Deshalb ist die Altersfreigabe ab 18 Jahren durchaus verständlich.
Lolita
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Lieferzeit und Qualität super!!
Den Hauptfilm fand ich etwas enttäuschend, da ich mir mehr Sinn und Tiefgrund dabei vorgestellt hatte. Außerdem zog sich der Film Stunden entlang ohne höhen und tiefen, das schon Mühen kostete konzentriert zuzusehen. Selbst die "Wichtigen" Szenen, sprich beispielsweise die "zarten" Sexszenen, schienen eher beiläufig zu sein.

Jeder der den Film toll findet, ok liegt im Auge des Betrachters.
Aber ich würde den Film nicht mehr kaufen, geschweigeden Empfehlen. Es ist eher so ein "was wäre wenn..." Film.

Die 3 Sterne stehen daher auch für Lieferung und Qualität!!!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Die Geliebte des französischen Leutnants

Die Geliebte des französischen Leutnants
mit Meryl Streep, Jeremy Irons, Hilton McRae, Regie: Karel Reisz

DVD von MGM Home Entertainment GmbH (dt.)
Preis bei Amazon: EUR 9,29, Angebote ab EUR 4,83

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Februar 2002
Zoom ± Produkt-Bild: Die Geliebte des französischen Leutnants

Produktbeschreibung


Schauplätze der Weltkulturen. St. Petersburg. DVD-Video. AV Fenster nach Europa
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Ein seltsamer Film
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ich habe das Buch nicht gelesen. Es kann sein, dass der Film eine gute Adaption ist. Wenn, dann hätte mir das Buch sicher auch nicht gefallen. Ich mochte die Handlung einfach nicht - hinten und vorne fand ich die Handlung unausgegoren und nicht nachvollziehbar. Warum hat Sarah den Kerl, nachdem sie ihn in ihr Hotelzimmer gelockt hatte und er sogar seine Verlobte hat sitzenlassen, eigentlich nicht genommen? Da wäre sie doch fein raus gewesen! Warum hat sie sich dann aber letztlich doch finden lassen? Was sollte das alles? Und warum hat die Schauspielerin den Kollegen dann doch versetzt? Ich bekam keine Erklärungen, alles blieb so nebelhaft - das sollte wohl kunstvoll sein.
Vielleicht habe ich ja einfach kein Kunstverständnis.
Hinterher habe ich mich jedenfalls geärgert über die verschwendete Zeit.
Denn Irons und Streep sind ja eigentlich eine Garantie für einen guten Film.
Tragischschöne Geschichte
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dieser Film mit Meryln Streep und Jeremy Irons nach einem Roman von John Fowles, das Drehbuch von Harold Pinter begeistert den Zuschauer mit melancholisch schönen Bildern. Er schildert die Situation der Frau im viktorianischen Zeitalter, anhand einer wunderschönen Liebesgeschichte. Meryln Streep beweist hier, dass sie eine herausragende Charakterdarstellerin ist. Pinters Umsetzung des Stoffes, der Wechsel zwischen dem vikorianischn England und dem England heute sind brilliant. Mit 5 Oscar-Nominierungen wurde dieser Film belohnt. Die beiiden Hauptdarsteller starteten mit diesem Film ihre Filmkarrieren, und erhielten für spätere Werke den Oscar.
Satisfying on many levels
5 Punkte 5 von 5 Punkten
This film "The French Lieutenant's Woman" based on a novel by John Fowles (Author of "The Magus"), and screen play by the famous Harold Pinter, is satisfying on many levels.
We are transported back and forth through time as present day actors making a movie are parallel and overlapped with the characters and the story. We easily see the contrasts and the similarities between the Victorian Sarah and the modern Ann both played by Meryl Streep.
The story on the surface is a strait forwarded mystery and Sarah is not what see seems. However there are many depths to this film in what is says and what it does not. A biologist Charles Henry Smithson (Jeremy Irons) is finally engaged to a woman who has been trying to tie him down. He will inherit a place in her father's empire if he wishes to do so. At the last moment he discovers a strange outcast woman that enchant hem and lures hem astray only to disappear from his life. The actors' lives are similar.
Will Charles find Sarah or is his fate to be alone?
What about Ann and Mike?
Many people remember the picturesque scene of Sarah on the Cobb looking out to sea; however for me it is a scene where the actors are discussing how she gets caught on the brambles and trips. In the next scene it is played out.
Energiegeladen oder entschlusslos ?
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der berühmte Roman-Autor John Fowles komponierte einen bissigen Blick auf die Moralvorstellungen des viktorianischen England, indem er eine Liebesgeschichte der damaligen Zeit schilderte, aber ständig mit ernüchternden Reflexionen unserer gegenwärtigen Ausgangsbasis seitlich in die Story einstach. Harold Pinter als Drehbuchautor hat versucht, diese weit verbreitete, aber in einem Film schwierig darzustellende literarische Desillusionstechnik so aufzubereiten, dass er die Schauspieler einerseits die historische Liebesgeschichte vorführen ließ, parallel sie aber auch real in eine erotische Affaire unter Kollegen sich verheddern ließ. So konnten zwei Perspektiven (wie verhält sich eine Frau: mehr oder weniger emanzipiert?) zum Thema Erotik, Moral, Leidenschaft etc. dargestellt werden. Der Romanschreiber erlaubte sich stattdessen die Ungewöhnlichkeit, mehrere unterschiedliche Schlusskapitel anzubieten. Während von Cineasten stets enthusiastisch die romantische Landschaft gelobt wird (Lyme Regis an Dorsets Kanalküste), bemerken einige nüchtern, dass Meryl Streep mit ihren darauffolgenden Filmen, "Sophies Entscheidung" oder "Jenseits von Afrika" eine völlig andere Image-Ebene erklettert habe und somit "The French Lieutenant's Woman" dahinter verblasse. Andere fügen hinzu, Charlotte Rampling (zuerst vom Regisseur Karel Reisz in Erwägung gezogen) oder Michelle Pfeiffer (die war noch nicht so weit) hätten diese Art von Frauen-Rolle überzeugender darstellen können: Meryl Streep ist vielleicht für eine andere Sorte Image gut? Nicht sonderlich geeignet, einen Menschen darzustellen, der erwägt, für die Leidenschaft alles über den Haufen zu werfen? Auch nicht dafür, in passiver Depression tatenlos herumzustehen! Meryl Streep ist im Kern vielleicht zu energiegeladen, um sich in einer von viktorianischer Entschlusslosigkeit überlappten Atmosphäre klein drücken zu lassen ...
freedom beyond the pale
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Diser Film ist wirklich der erste den ich je gesehen habe, der es schafft das das Medium Buch perfekt in das Medium Film zu adaptieren.
Ich habe den Film gesehen bevor ich das Buch gelesen habe und war fasziniert. Als ich dann das Buch "The French Lieutenant`s woman" von John Fowles gelesen hatte, war ich trotzdem nicht enttäuscht von der Filmversion!
Die seltsame Liebesgeschichte der mysteriösen Außenseiterin Sarah Woodruff, aus einfachen Verhältnissen stammend, und dem aristokratische konventionellen, jedoch liberalen Charles Smithson im Viktorianischen England (1867) bildet die Haupthandlung des Filmes. Eine dazu parallel verlaufende Handlung enthüllt, dass diese Geschichte von zwei im 20. Jahrhundert lebenden Schauspielern, Mike (Jeremy Irons) und Anna (Meryl Streep)gedreht wird. Die beiden kommen sich nicht nur als Charles und Sarah auf der Leinwand näher, sondern haben auch im wirklichen Leben aine Affäre, sind aber beide anderwärtig gebunden, d.h. verheiratet.
Die viktorianische Sarah ist eine der"fallen woman"(es wird erzählt sie hatte ein Verhältnis mit einem französischen Lieutenant)wie man sie aus Prototypisierungen des Victorian Age kennt, und steht für die Emanzipation .Sie und Charles müssen sich entscheiden, welches Ende ihre Geschichte nehmen soll (im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Roman stellt 2 verschiedene, ein gutes und ein schlechtes Ende zur Verfügung). Auch Anna und MIke müssen eine Entscheidung fällen.
Wie und warum diese so ausfallen, wie sie dargestellt werden, sollte man sich auf jeden Fall ansehen!
Karel Reisz schafft hier eine Darstellung der Liebe des viktorianischen, und des heutigen Zeialters, und kommentiert mit subtilen Mitteln ihre Gültigkeit. Es ist ein ruhiger und gefühlvoller Film, der seine Botschaft gekonnt rüberbringt.
ANSCHAUEN!!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Being Julia

Being Julia
mit Annette Bening, Jeremy Irons, Bruce Greenwood, Regie: István Szabó

DVD von Concorde
Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 5,38

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: November 2005
Zoom ± Produkt-Bild: Being Julia
  • FSK 0

Produktbeschreibung


Die "wilden" 30er Jahre. Julia Lambert Annette Bening ist der absolute Star der Londoner Theaterszene. Doch ihre Leidenschaft Für den Beruf ist ähnlich erloschen wie die für ihren Mann Michael Jeremy Irons. Eine Affäre mit dem jungen Amerikaner Tom lässt die Endvierzigerin wieder aufblühen. Als sie jedoch erkennt, dass Tom sie nur für seine Ziele benutzt, rüstet sie sich zur süßen Rache - zur Vorstellung ihres Lebens...

Aus der Amazon.de-Redaktion


Julia Lamberts ist der große Star der Londoner Theaterszene am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Abend für Abend steht sie auf der Bühne, doch allmählich fühlt sich die Endvierzigerin trotz aller Erfolge ausgebrannt und leer. Die Leidenschaft für ihren Beruf scheint sich ebenso erschöpft zu haben wie die für ihren Mann und Regisseur Michael. Als dieser sie dem jungen Amerikaner Tom vorstellt, der ihr insgeheim seine Verehrung gesteht, ist es um Julia geschehen: Entgegen aller Warnungen stürzt sie sich in eine Affäre. Doch Tom hat sie nur benutzt, um seiner Geliebten, der aufstrebenden Schauspielerin Avice Crichton, den Weg zu ebnen. Diese geht ihrerseits über Leichen ? Alles über Eva lässt grüßen ?, sofern es ihrer Karriere förderlich ist. Zutiefst verletzt läuft Julia zur Form ihres Lebens auf, um auf offener Bühne Rache zu üben.
Ansonsten eher für ernste, politische Stoffe bekannt, legt István Szabó (Mephisto) dieses Mal eine amüsante, spitzzüngige Komödie vor. Basierend auf W. Somerset Maughams Roman Theater führt Szabó hinter die Kulissen des Theatermilieus und auf die Bühne Lebens. Es entspannt sich ein temperamentvoller Machtkampf um Liebe, Ruhm und den Beifall des Publikums Die gelungenen Kostüme und Ausstattung des Films lassen dabei die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts aufs Trefflichste wieder lebendig werden. Für ihre schauspielerische Leistung erhielt Annette Bening (American Beauty) den Golden Globe und bereits ihre dritte Oscar-Nominierung. An ihrer Seite brillieren u.a. Jeremy Irons (Königreich der Himmel), Michael Gambon und Juliet Stevenson. Das Drehbuch lieferte Oscar-Preisträger Ronald Harwood (Der Pianist). -- Birgit Schwenger
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

3 Kundenrezensionen:

Liebenswerter Blick hinter den Theatervorhang
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Film, den ich mir wegen Jeremy Irons ausgeliehen hatte, war eine wunderbare Überraschung! Er ist bis in die kleinste Rolle durchgehend hervorragend besetzt und zeichnet ein atmosphärisch fesselndes Bild, das sowohl das Privatleben einer gefeierten Schauspielerin, als auch die beruflichen Alltagssorgen und Abläufe in den Garderoben, hinter der Bühne und in der Verwaltung eines Theaters im London der frühen 30er Jahre ausmalt. Außerdem gibt es Kulissen zum Schwelgen und herrliche Filmmusik.
Die Definition des Begriffes Star
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Eher zufällig sah ich gerade im TV diesen Spielfilm, stehe noch ganz unter dem Eindruck und kann nur den Film selbst rezensieren, nicht die DVD und ihre Ausstattung.
Es ist unglaublich, wie Annette Bening spielen kann. Diese Frau zeigt eine schier leuchtende Präsenz.
Im London der 30er Jahre ist sie ein gefeierter Bühnenstar auf dem Höhepunkt der Karriere, der sich eine Affaire mit einem jungen Amerikaner gestattet. Sie, Julia Lambert, ist stets von einem illustren Kreis von "Bewunderern" umgeben, und mit Julia darf man sich fragen, wer denn ein wahrer Freund ist - allerdings ist es auch bei ihr schwer zu sagen, sprunghaft, impulsiv und launisch, wie sie ist. Sie setzt ihr schauspielerisches Talent in jeder Lebenslage ein. Als sie eines Tages spürt, dass sie aufgrund komplizierter Verwicklungen in ihrem privaten Umfeld die Übersicht zu verlieren droht, und außerdem ihr Publikum sie nicht ewig ernst nehmen wird, zeigt sie an einem Premierenabend noch einmal allen, wo es langgeht, und was ihre Persönlichkeit wirklich ausmacht. Wo Julia Lambert ist, ist vorn!
Annette Bening gelingt es, dem Charakter der Bühnendiva wirklich alles abzugewinnen: Hingabe, Haß, Selbstironie, Witz, Lebensklugheit. Selbst ihre nicht gerade unbekannten Schauspielkollegen - Michael Gambon als lange verstorbener, nichtsdestotrotz einflussreicher Schauspiellehrer, oder der elegante Jeremy Irons, der ihren Ehemann und Manager spielt - leuchten in diesem Film nur halb so hell wie diese strahlende Frau. Für diese schauspielerische Leistung, ich kannte sie bislang lediglich aus "American Beauty", kann man Annette Bening nur bewundern; unvergeßlich ihr unglaubliches Lachen und diese selten sinnliche Art, ein Glas Bier zu trinken.
Eine bravouröse Vorstellung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Annette Bening ist ganz die Diva. Ihr Ehemann (Irons) kümmert sich im Hintergrund ganz um Ihre Karriere und ihre Hauptsponsorin. Er sorgt dafür, dass sie immer ihren Verpfichtungen nachkommt, obwohl sich ihr beruflicher Niedergang langsam abzuzeichnen beginnt. Derweil verliebt sich die "alternde" Diva in einen ihrer Bewunderer und beginnt eine heftige Affäre mit ihm. Als persönlicher Ratgeber dient ihr eher ein alter Jugendfreund denn ihr Ehemann. Als ihr Geliebter sie mit einer jungen Schauspielerin hintergeht, da zeigt sie nochmal allen, dass man immer noch mit ihr rechnen muss.
Mit einer herausragenden Besetzung ist dieser Film nicht nur ein "Muss" für Annette Bening Fans. Die intensive Darstellung und geschliffene Dialoge sind ein Genuss. Warum dieser Film im Kino so schlecht abgeschnitten hat, ist mir ein Rätsel.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
ImpressumKontaktStartseiteProduktkategorienGeschenkgutscheine
Auf diesen Link bitte nicht klicken Computer Elektronik Notebooks Laptop
Gewisse Inhalte, die auf dieser Website erscheinen, stammen von AMAZON EU SARL. Diese Inhalte werden so, wie sie sind zur Verfügung gestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.