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Ausser Dienst: Eine Bilanz von Helmut SchmidtGebundene Ausgabe von SiedlerPreis bei Amazon: EUR 22,95, Angebote ab EUR 17,90 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3886808637, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 5 |
Aus der Amazon.de-RedaktionEine kürzliche Umfrage ergab, dass, wäre der Mann nicht definitiv zu alt, sich 80 Prozent aller Deutschen Helmut Schmidt als idealen Kanzler vorstellen könnten. Wenn dies, 25 Jahre nach dem Rückzug aus allen politischen Ämtern, keine Auszeichnung ist! Der Altkanzler, dessen unglaublicher 90. Geburtstag bevorsteht, rangiert im Bewusstsein der Deutschen immer noch als Staatsmann par excellence. Und eine solch hochrangige Persönlichkeit erlaubt es sich, eine außerdienstliche Bilanzierung seines politischen Erfahrungsschatzes vorzulegen. Denn, so Schmidt verschmitzt bescheiden, vielleicht könnte doch einer von den Jüngeren daraus einen Nutzen ziehen. -- Nichts wäre mehr zu wünschen, Herr Bundeskanzler! Eines vorab: Es handelt sich hier nicht um die autobiografische Rückblende auf ein politisches Lebens- und Gesamtwerk. Im Gegenteil. Schmidt, der Pragmatiker, möchte seine in aktiver Zeit gewonnenen Erfahrungen angesichts einer völlig veränderten politischen Weltlage zur Verfügung stellen. Immer im Gepäck, die großen philosophischen Fragen: Welchen Leitbildern sollten wir folgen? Was lässt sich aus Geschichte lernen? Im Spiegel gerade dieser Frage reflektiert der Altkanzler über die Unvorstellbarkeit eines Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan noch zu seinen Zeiten. Gelegenheit für einen historischen Ausflug und die noch immer problematische Stellung Deutschlands im politisch-militärischen Weltgefüge. Natürlich holt der Wirtschaftsfachmann Schmidt zu einem satten Referat über die Finanzmärkte aus. Beklagt wird die verschlafene Modernisierung unseres zerklüfteten Bankensystems, gewarnt wird vor Spekulantentum und Heuschreckenflügen. Betrauert die große Zeit des von der RAF ermordeten Freundes Herrhausen und seiner Deutschen Bank. Institutionen, so Schmidt, an die sich eine Bundesregierung in ökonomischen Fragen noch vertrauensvoll wenden konnte. Wie anders heute. Der Kanzler wird (in Maßen) privat. Erstaunt vernehmen wir, dass Schmidt die Guillaume-Affäre als Rücktrittsgrund Willy Brandts im Mai 1974 völlig inakzeptabel fand und ihm die eigene künftige Kanzlerschaft große Sorgen bereitete. Risiken und Chancen der Globalisierung. Der Sonderfall der Neuen Bundesländer. Die radikal veränderte Rentensituation, die ebenso radikal veränderte Maßstäbe verlangt. Ein kleiner Seitenhieb auf Lafontaine und seine Sekundärtugenden. Eine Schulung bei den antiken Rhetorikern. Spurensuche nach eigenen Fehlern. In einem der letzten Sätze seiner klugen Reflexion appelliert der Altkanzler mit einer römischen Weisheit an die heutige Politikerkaste: Im Zweifelsfalle sei das Gemeinwohl höherzustellen als die eigene Karriere. Um schließlich witzelnd, aber nicht ohne Wehmut festzustellen: Die meisten meiner Weggefährten haben schon endgültig ihre Adresse gewechselt. - Das können Sie sich aus dem Kopf schlagen, Herr Bundeskanzler. Die Republik braucht Sie noch! -Ravi Unger 5 Kundenrezensionen:Ein Staatsmann mit Weitblick zieht seine persönliche Bilanz 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt hat einmal gesagt, ein Autobiograf laufe immer Gefahr, sich schöner darzustellen, als er sei, und deshalb werde es von ihm nie Memoiren geben. Laut Untertitel handelt es sich bei seinem neuen Buch daher um eine Bilanz, nicht um Memoiren. Altkanzler Helmut Schmidt hat im Vorfeld seines 90. Geburtstages sein neues Buch »Außer Dienst« veröffentlicht. Doch Schmidt ist alles andere als das. Als ehemaliger Bundeskanzler und Staatsmann mit Weitblick mischt er sich auch im hohen Alter in die Politik ein und kommentiert aktuelle Entwicklungen. Helmut Schmidt hat auch in diesem Buch wieder einiges zu sagen, hält Rückschau auf sein bewegtes Politikerleben und zieht dabei eine persönliche Bilanz. »Außer Dienst« ist ein Werk der Rückschau mit einer Prognose in die Zukunft sowie des panoramahaften Überblicks über mehrere Jahrzehnte politischer Zeitgeschichte - durch den Blick des Staatsmannes. Über weite Passagen beschränkt sich »Außer Dienst« jedoch nicht auf die Rückschau, sondern beschäftigt sich intensiv mit drängenden Zukunftsproblemen - vom internationalen "Raubtierkapitalismus" bis hin zum Aufbau Ostdeutschlands. Als würde der Autor noch für weitere Legislaturperioden Verantwortung tragen. Helmut Schmidt verfolgt und analysiert gewohnt gekonnt mit sicherer Urteilskraft das politische Geschehen, kommentiert aktuelle Vorgämge und gibt seine Ratschläge. Er macht sich in dem Buch seine Gedanken über die historische Bedeutsamkeit des 20. Jahrhunderts (deutsche und europäische Geschichte, EU etc.), dem Zustand und dem Fortwirken des 21. Jahrhunderts. Dabei stellt er immer den in der Verantwortung stehenden Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns und Wissens. Der Staatsmann Helmut Schmidt stellt neben sittlichem Handeln, Verwantwortungs- und Pflichtbewußtsein den in der Verantwortung stehenden Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns. Er weiß dabei aufgrund seiner politischen Erfahrung und seiner sicheren Urteilskraft zu überzeugen. In seinen Vorschlägen und Äußerungen mit Weitblick wird stets der Vernunft und der Verantwortung im Bezug auf die zu erfordernde Moralität im gemeinschaftlichen Zusammenleben der Vorrang eingeräumt, was ihn zu einer gewissen Vorbildfunktion charakterisiert - gerade im gegenwärtigen Zustand mangelnder Vorbilder. Helmut Schmidt's Bilanz ist eine lesenswerte Mischung aus Grundkurs Politik, Erinnerungen und Einschätzungen, religionsphilosophischer Meditation und einem bemerkenswerten Kapitel, in dem Schmidt über die eigenen Fehler nachdenkt. Es ist ein lebendiges Buch voller Gedanken und Erinnerungen, sorgfältiger Analysen und kleiner Anekdoten, ein Buch, das als die Summe eines reichen Politikerlebens gelten kann. Pianist und Kanzler 5 von 5 PunktenKanzler und Pianist Den Wortbruch der FDP, erlebte ich noch mit heißem Herzen". Ich war 40 Jahre alt, als Helmut Schmidt als Bundeskanzler abgewählt wurde, durch ein konstruktives Misstrauensvotum, eine Verletzung unserer Verfassung" wie ich noch heute meine. Viele FDP-Mitglieder und Wähler, erlebten den Bruch der Koalition, ausgelöst durch den Austritt von 4 Ministern, als schändlich. Ich fand und finde diesen Wortbruch noch heute hinterhältig und er hat Europa geschadet. Die Wahlaussage der FDP lautete: Für die Regierung Schmidt-Genscher". Die Reaktion von Frau Hamm-Brücher bewundere ich bis heute. Das war eine Wende" laut neugewählter Kohl-Regierung in Koalition mit der FDP, der Partei der Verräter. Für mich war das auch eine Wende in meinem Demokratie- und Politikverständnis. Schon wenige Monate nach seinem Ausscheiden aus der Politik, wurde Helmut Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT" und doch meinen ca 80% der Deutschen noch heute, er wäre noch immer ideal als Kanzler - nur sein hohes Alter sei dem im Wege. Ich denke da anders. Es war zwar ein politischer Fehler, ihn so perfide aus dem Amt verjagt zu haben, aber 16 Jahre im Amt, wie sein Nachfolger Kohl, wäre Deutschland auch nicht sehr dienlich gewesen. Kein Kanzler sollte länger als höchstens zehn Jahre amtieren. Rückblickend gewinnt seine Zeit in der Politik, den Charakter einer Epoche, die Deutschland verändert hat. Wie er mal über seine Geburtsstadt Hamburg sinnierte: Erwache meine Schöne." Vom Innensenator (dem ich als 19jähriger begegnete, damals nannte man sein Amt Polizeisenator") hieß es schon in Hamburg-Niendorf: Schmidt-Schnauze". Ich mochte diesen Ausdruck nicht, aber viele wehrten sich damit gegen seine, teilweise ruppige Art. Das brachte ihn den Ruf ein: in der falschen Partei zu sein. Das ist falsch. Denn es gibt keine richtige Partei für Schmidt. Dass Helmut Schmidt wichtige Ämter innehatte ist jedem bekannt. Mit Pragmatismus und Selbstironie, schreibt er einleitend in seinem Buch Außer Dienst: Wenn es um Prinzipien der Politik und der Moral geht oder um das eigene Gewissen, dann ist man niemals außer Dienst." Helmut Schmidt ist noch immer gefragt - und er gibt noch immer, gerne auch, harsche Antworten. Zuweilen auch ebensolche Ratschläge. Mit sich selbst scheint er ebenso streng: Gegen Ende des Lebens wollte ich einmal aufschreiben, was ich glaube, im Laufe der Jahrzehnte politisch gelernt zu haben. Denn vielleicht könnte doch einer von den Jüngeren daraus einen Nutzen ziehen." Ein hoher Anspruch, aber oft gerechtfertigt. Den Nutzen den ich 2007 aus seinen Erkenntnissen zog, war, die SPD zu verlassen. Ich bin ebenso außer Dienst" und doch noch politisch aktiv. Es gibt eine Welt außerhalb der SPD. So habe ich seine Erkenntnisse interpretiert. Helmut Schmidt hat kein rückwärtsgewandtes Selbstporträt geschaffen, wie viele alternde Männer sie veröffentlichen. Helmut Schmidt schreibt gegenwärtig", offen und wach, mit klugem Blick für aktuelle Entwicklungen. Obwohl er oft lapidar, oder kokettierend, behauptet: Tagespolitik interessiere ihn nicht." Helmut Schmidt widmet sich fast allen Themen der Politik. Er tut dies mit großer Klarheit und mit der Glaubwürdigkeit und Autorität eines Menschen, der über 60 Jahre der SPD angehört, die seinen Hintergrund ausmacht, auf dem er sein politisches Leben aufbaute. Weitgehend sozialdemokratisch gedacht und gehandelt hat er stets so, wie er Sozialdemokratie interpretierte. Auch wenn es bedeutete, von den eigenen Genossen oft nicht verstanden zu werden. Ich schließe mich da nicht aus. Helmut Schmidt ist auch in seinem neunten Jahrzehnt noch im Dienst". Das bewundere ich ohne Einschränkung. Denn für ihn heißt das: dienen im Sinne von zum Nutzen aller zu handeln". Dabei hält er ein engagiertes Plädoyer für eine Erziehung zum eigenen kritischen Urteil, und als Kantianer für geistig überlebenswichtig, wenn er sagt: Es reicht nicht aus, die Nachwachsenden nur für einen Beruf auszubilden. Vielmehr sollten Ausbilder, Lehrer und Professoren, unabhängig von ihrem Fach, immer wieder ein eigenes Beispiel dafür geben, dass die Freiheit in einer offenen Gesellschaft jedem einzelnen große Urteils- und Handlungsspielräume gewährt , dass es auf das eigene Urteil ankommt, dass es aber für jeden einzelnen wie für jede Gruppe moralische und rechtliche Grenzen gibt, die nicht überschritten werden dürfen." Diese Forderung Helmut Schmidts bedeutet im Grunde, würde sie denn von seiner eigenen Partei verfolgt: mehr Lebensqualität, mehr Demokratie wagen" wie es ja schon einmal unter Willy Brandt auf den Weg gebracht wurde. Da gab es den zweiten Bildungsweg, keine Studiengebühren, Eltern waren engagiert in politischen Gruppen und interessierten sich. Auch wenn es auch oft abfällig hieß: Eltern sind Sozis, Großeltern sind Sozis, Urgroßeltern waren Sozis. Sozis" taten etwas. Weil es politische Parteien gab, (gar noch Kommunisten!) die grundlegend andere Programme hatten. Für die Armen oder die Reichen, oder eben zwischen allen Stühlen (FDP) Heute gibt es keine Parteien im Sinne der Zwanziger- Fünfziger- oder Siebziger-Jahre mehr. Diese geistige Faulheit und Feigheit (das geht ja gut zusammen) vernebelt unsere gesellschaftlichen Verhältnisse und zementiert sie zugleich. Das allerdings haben wir auch so effektiven Politikern wie Helmut Schmidt mit zu verdanken. Wenn auch ungewollt von ihm. Die SPD ist eine Partei der modernen Beliebigkeit geworden. Eine Scheckkartenpartei, wie alle anderen. Nur sie hat etwas verloren, was andere Parteien nicht besaßen: ihre Wurzeln. Iich nehme die Linke dabei nicht aus, obwohl diese momentan noch so tut, als wäre sie für finanzielle Gerechtigkeit. Aber ein anderer Hintergrund gehört in das Bild, das wir uns von Helmut Schmidt machen sollten. Ein klar klingendes. Mit Justus Frantz, Christoph Eschenbach und Gerhard Oppitz, zusammen habe ich Helmut Schmidt musizieren gehört. Die Bach-Klavierkonzerte. Vielleicht ist es typisch für Schmidt, gerade Bach zu spielen. Schmidt, der Staatsmann, der Mensch sagt, dass ihn die klaren Aussagen des Philosophen Mark Aurel mehr geprägt haben als die Bibel. Das scheint mir wahr. Schmidts hat sein Leben der Logik und der Ratio unterworfen. Ich gehe davon aus, dass ihn diese Art von Beherrschung nicht immer leicht gefallen ist, er sie aber mit zunehmendem Alter, immer besser zu beherrschen gelernt hat. Ein guter Grund für uns alle zu altern". Johann Sebastian Bachs Kosmos, und der von Helmut Schmidt, ist die Verschmelzung der notwendigen Form mit der irdischen Verbundenheit. Die musische, klingende Charakterisierung Helmut Schmidts ist für mein Empfinden sein Freidenkertum mit seiner Bodenständigkeit. Man hat das Gefühl, es erhebt seinen Geist in den Kosmos und bleibt doch mit beiden Füßen auf Erden. Denn sein Handeln ist durch die Kriterien der rationalen Logik und dem humanistischen Willen bestimmt, zu versuchen unser Leben auf der Welt erträglich zu machen. Keine Partei ist dafür geschaffen, das muss ein jeder von uns selbst. Helmut Schmidt warnt vor dem Verlust des Hörens (von dem er betroffen ist, scheinbar nur physisch) einer ganzen Generation und damit soll er, was er gern hat, das (vorläufig) letzte Wort haben: Ohne Musik wäre mein Leben ganz anders verlaufen. Es ist wichtig, sich mit der Musik auseinanderzusetzen, um die Welt nicht nur als Lärm wahrzunehmen." Peter A. Bruns Nicht ganz der große Wurf 3 von 5 PunktenHelmut Schmidt, der große alte Mann mit der Zigarette polarisiert natürlich. Einer der wenigen Politiker der "alten" Bundesrepublik, die sich noch regelmäßig zu Wort melden. Oft wird ja angenommen, das neue Buch von Herrn Schmidt sei wieder so etwas wie eine Biographie. Na, das stimmt nur ganz zum Teil - natürlich wird gerne auf Lebenserinnerungen zurückgegriffen, besonders im ersten Drittel des Buchs, aber Schmidt berichtet in loser Reihenfolge und in der Form kurzer Essays über seine Erfahrungen, vor allem auch persönlicher Art, die er in seiner langen Laufbahn als Politiker gesammelt hat. Er berichtet auch von Fehlern und Versäumnissen und wendet sich auch besonders an junge Menschen in der Politik und gibt Ratschläge. Das Buch ist immer in klaren, eher einfachen Worten abgefasst. Was manchmal aber auch ein bisschen oberflächlich wirkt. Es werden viele Namen aufgezählt, die Schmidt beeinflusst haben, aber das Konkrete entzieht sich manchmal etwas. Beispiel: S.37 zur Rolle der Gewerkschaften, Banken, da heißt es, der Kontakt zur Wirtschaft sei "wichtig", das ist aber dem Leser sicher keine große Neuigkeit und solche Binsenweisheiten sind leider ziemlich häufig im Buch. Andere Sachen aus den 50er/60er Jahren sind aber auch zeitgeschichtlich interessant, z.B. die Story mit dem Atomminengürtel in Deutschland oder dem Flughafenprojekt bei Hamburg. Es mag zwar etwas trivial klingen, was z.B. über das angebliche (mangelhafte) Wissen der Deutschen über ihre Nachbarländer gesagt wird, mit seinen ganzen putzigen Aufzählungen (S.103-118) hat Schmidt aber da schon recht - wie viel wird wirklich über die Politik in Dänemark oder Kulturelles in Tschechien bekannt?- In Deutschland ist das Interesse an den Nachbarn tatsächlich nicht so herausragend. Gesamteindruck: Ein Buch, das tatsächlich mehr von einem großen Namen lebt. Es enthält einige interessante Stellen und wenig Neues, Schmidt präsentiert sich als Netzwerker und Machtmensch mit einem guten Sinn für Entwicklungen, aber auch als Mann der Wirtschaft- Globalisierungsgegner z.B. lehnt er rundheraus ab. Da scheint er einen besonderen Gegner gefunden zu haben, wie man an vielen Stellen im Buch lesen kann. Einen besonderen Ratgeber für angehende Politiker kann ich aber im Buch nicht wirklich erkennen. Auch noch außer Dienst dienen 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt ist ein umstrittener, diskussionsfreudiger und -anregender Mensch, wie man ihn sich insbesondere als Politiker heutzutage öfter wünscht. Wer bis ins hohe Alter hinein derartig interessiert am öffentlichen Leben bleibt, sich einmischt und immer wieder Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen vermag: dem gebührt an sich schon Respekt. Sein neues Buch unterstreicht seine Leistung und Haltung für den deutschen Staat wiedermal in besonderer Weise. Ihm gelingt es, in ausgesprochen deutlicher und verständlicher Sprache, Einschätzungen zu den großen und kleinen Themen in Deutshcland und der Welt abzugeben. Seine von Respekt gepräge Sprache erhält hier einen passenden Rahmen. Man hat als Leser das Gefühl, als unterhalte man sich mit dem Altbundeskanzler. "Außer Dienst" ist für dieses Werk auch der passende Titel; denn Helmut Schmidt hat in seinem Leben gezeigt, dass man auch außerhalb des Dienstes dem Wohle des Volkes verpflichtet ist und ihm dienen kann. Ob nun in seinen politischen Ämtern oder als Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit": Helmut Schmidt war eigentlich nie "außer Dienst". Sicher kann man ihm einzelne politische Entscheidungen vorwerfen und auch sein Zigarettenkonsum mag nicht immer auf Anerkennung stoßen; dennoch gebührt seinem übergreifenden Fach- und Allgemeinwissen und seine Einschätzung moralischer Fragestellungen hoher Respekt. Für dieses Werk fehlt es stellenweise an tiefergehenderen Erläuterungen; doch schafft er es Weitblick in die politische Landschaft zu geben, die allzu oft von Schnellschüssen und demoskopischen Aspekten geprägt ist. Die Kapiteleinteilung selber (Erfahrungen verändern Massstäbe, aus der Geschichte bzw. aus persönlichen Erfahrungen lernen,die Welt vor neuen Herausforderungen, Deuschland muss sich ändern sowie Religion, Vernunft und Gewissen) lässt gut erkennen, welchen Gebieten Helmut Schmidt besonderes Augenmerk schenkt und welche er dem Politikernachwuchs und allen der Demokratie verpflichteten Menschen besonders ans Herz legt. Die parteiübergreifenden, langfristig orientierten, von enormen Wissen gespeisten Denkansätze und -anstösse von Helmut Schmidt - gepaart mit besonderer Charakterstärke und Menschenfreundlichkeit - machen das Buch "Außer Dienst" zu einem Vermächtnis, zu einem Appell, im Wirken, Streben und besonderem Einsatz für die Demokratie und die Menschenrechte nicht nachzulassen; man hat Helmut Schmidt zu danken, dass er sich unermüdlich für ein soziales und demokratisches Deutschland, das eingebettet ist in einem europäischen und globalen Netzwerk, eingesetzt hat. So heißt es für die Zukunft, die Bilanz "Außer Dienst" genau zu studieren und Rückschlüsse für das private und öffentliche Leben zu ziehen: denn Demokratie kennt kein "Außer Dienst"! Schwach 1 von 5 PunktenZeitlicher Abstand und allseits unterstellte intellektuelle Brillanz hätten den Autor zu mehr befähigen müssen als zu diesem schwachen Buch. Jede visionäre, kritische oder auch provokante These sucht man vergebens. Zu sehr bleibt Schmidt einem hilflos wirkenden, oft als staatsmännisch misdeuteten Pathos verhaftet. Allenfalls noch die aussenpolitischen Mahnungen und Anregungen geben - wenn schon nicht neu - kleinere Denkanstöße. Die Appelle an die Redlichkeit von Berufspolitikern wirken putzig. Die von blanker Unkenntnis oder zumindest grob veralteten Wissen verrührenden Kommentare zu Wirtschafts- und Finanzfragen hätten ein sorgfältiges Fachlektorat so nicht passieren dürfen. |
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Die Deutschen: Vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert von Guido Knopp, Stefan Brauburger, Peter ArensGebundene Ausgabe von C. Bertelsmann VerlagPreis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 18,97 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570009424, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
3 Kundenrezensionen:Zehn Epochen deutscher Geschichte - spannend und hochwertig verpackt 5 von 5 PunktenUnter der Federführung von Professor Guido Knopp ist dieses aufwändig illustrierte und optisch sowie inhaltlich hochwertige Begleitbuch zum gleichnamigen aktuellen ZDF-Dokumentations-Mehrteiler "Die Deutschen" entstanden, was aber ohne Frage auch als ein eigenständiges Standardwerk angesehen werden kann. Dabei hat sich das Autorentrio - neben Knopp noch Stefan Brauburger und Peter Arens - zehn historische Persönlichkeiten, die für ihre Zeit, deren Denken und die Entwicklung der deutschen Nation gewissermaßen repräsentativ waren, herausgegriffen, um den Bogen zu spannen über die über zehn Jahrhunderte reichende Geschichte der Deutschen. Was am Buch besonders erfreut, ist die angenehm leichte Lesbarkeit, die ihm zugrunde liegt - ohne auf vertiefende historische Darstellungen zu verzichten. Hier bewahrheitet sich der Ausspruch, dass Geschichte niemals nur langweiliges, aneinander gereihtes Faktenwissen ist. Vielmehr ist ein abwechslungsreiches, vielfarbiges und ungemein faszinierendes Gesamtporträt dieser "verspäteten Nation" entstanden - ein Kaleidoskop, welches die wechselhafte und von allerlei tiefgreifenden politischen sowie sozialen Zerrüttungen und Konflikten geprägte Geschichte des "Täusche-Volks", wie die Deutschen einmal von ihrem eigenen Philosophen - Friedrich Nietzsche - umschrieben wurden, widerspiegelt und nachempfinden lässt. Die Epochen im Einzelnen: - Otto und das Reich - Heinrich und der Papst - Barbarossa und das Kaisertum - Luther und die Nation - Wallenstein und der Krieg - Preußens Friedrich und die Kaiserin - Napoleon und die Deutschen - Robert Blum und die Revolution (Anm.: Mitglied der Paulskirchenversammlung 1848) - Bismarck und das Deutsche Reich - Wilhelm und die Welt [ergänzt wird der Band durch Knopps Abriss zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts: Die Deutschen im 20. Jahrhundert: Vom Ersten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer] Im Ganzen ist ein sehr, sehr schöner und zudem opulent ausgestatteter Geschichtsband herausgegeben worden, der dem breitgefächerten historischen Fundus der Deutschen gerecht wird und darüber hinaus Lust macht, die Geschichte der eigenen Nation zu entdecken. Ich kann dieses Buch jedem geschichtlich Interessierten nur wärmstens weiterempfehlen - vor allem auch als Geschenk eignet sich dieser Prachtband meiner Ansicht nach hervorragend! Von mir gibt es summa summarum die verdiente Höchstpunktzahl. Tolles Buch zur Serie! 5 von 5 PunktenMit "Die Deutschen" erscheint nun das Begleitbuch zur neuen ZDF-Serie. Unter der bewährten Federführung von Guido Knopp und Stefan Brauburger aus der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte führt das Werk auf 448 Seiten in einer sehr schönen Ausstattung durch fast 1000 Jahre deutscher Geschichte. Begleitet wird der Text durchgehend von einer Vielzahl erstklassiger Abbildungen. Es handelt sich allerdings nicht um ein "klassisches" Geschichtsbuch. Vielmehr beschreiben die Autoren am Beispiel von 10 historischen Persönlichkeiten besonders interssante und prägende Abschnitte der deutschen Geschichte. Besonders befasst sich das Buch mit der Identitätsfindung der Deutschen. Das Buch ist ideal zur Vertiefung der Inhalte aus der Fernsehserie geeignet. Schön auch für historisch Interessierte oder auch als ein perfektes Weihnachtsgeschenk für alle Bibliophilen. Fazit: Ein tolles Buch zum Einstieg in die Geschichte "der Deutschen". Klare Kaufempfehlung! zum Nachlesen 5 von 5 PunktenDas Buch bildet eine schöne Ergänzung zu den Fernsehfilmen, die im ZDF ausgestrahlt werden. Es ist aber auch ohne die Filme gesehen zu haben ein gutes Geschichtsbuch. Der Inhalt der 10 Filme wird hier nochmal ausführlicher vertieft, mit vielen Abbildungen und einigen Karten. In hervorgehobenen Kästen werden Themen kurz schwerpunktmäßig erklärt, z.B. die Fugger, die Königswahl usw. Für Schüler zu ausführlich, für Studenten zu knapp, aber für Lehrer und Geschichtsinteressierte eine reine Freude! |
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Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Familie von Barack ObamaGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 24,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446230211, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionBis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34 Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas. So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im "weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest 5 Kundenrezensionen:Sehr persönlich und aufschlussreich 5 von 5 PunktenDer Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika. Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein "amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii - weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen haben. Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe, mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl gewinnen konnte. Der Familienmensch Barack Obama 5 von 5 PunktenWer den Politiker Obama kennenlernen will, sollte ein anderes Buch kaufen. In diesem Buch begegnet einem in erster Linie der Mensch Barack Obama und seine zahlreiche Familie in den USA und Kenia. Die Sprache und die Bilder die Obama für sein intensives Erleben findet, sind gelungen und schön und bergen auch eine Spannung, die das Buch und die über 400 Seiten, ohne Langeweile aufkommen zu lassen, tragen. Die Themen die ihn, nach meinem Empfinden vor allem bewegen, sind Chancengleichheit und Hoffnung unabhängig von Herkunft und Rasse. Beim derzeitigen Zustand der USA wird er da reichlich zu tun haben. Wünschen wir ihm, falls er die Chance bekommt, gutes Gelingen. Erfolg ist eine Frage des richtigen Timings... 5 von 5 Punktenund hat natürlich genau so viel mit der geeigneten Zeitqualität zu tun. Obama als richtiger Mann für den Job, den er ab Januar einnehmen wird, kann schwierige Beziehungen heilen und die Welt durch seinen Beitrag zu einem besseren Ort machen. Nachzulesen in "Das Spiegel-Phänomen - schwierige Beziehungen heilen mit kosmischen Geheimlehren". Die Reife, die Obama heute besitzt befähigt ihn zum höchsten politischen Amt in den USA. Wunderbar! Er bewegt Kopf und Herz - auch als Schriftsteller 5 von 5 PunktenEr kann es, denn er kennt die Menschen. Dieses Buch, vor vierzehn Jahren zuerst erschienen, ist nicht der markige Auftritt eines politisch aufstrebenden Jungstars in Sachen Eigenwerbung, sondern das Zeugnis einer mit erstaunlicher Beobachtungsgabe, zwischenmenschlicher Sensibilität und Empathie gewonnenen frühen Lebensweisheit, die sich politisch zu wirken berufen sieht. Dass diese Berufung von der Organisation sozialer Projekte in einem wegen hoffnungsloser Zustände schon fast aufgegebenen Elendsviertel Chicagos nun zur Präsidentschaft über jene Nation geführt hat, die aus Tradition und Größe immer noch die wichtigste neuzeitliche Demokratie überhaupt darstellt, ist das Glück dieser Tage. Was die Welt von Barack Obama erhoffen darf, liegt wesentlich in seiner Herkunft und Lebensgeschichte begründet, deren prägenden Teil er in diesem Buch äußerst eindrucksvoll, farbig und reflektiert behandelt. Wer sich auf Hawaii, in Jakarta, in Kenia, in Chicago und in den USA von der Ost- bis zur Westküste insgesamt zu Hause fühlen darf in der Weise, wie es Obama hier miterleben lässt, der mag das Land, das nicht nur seinen Traum erfüllt, obenan stellen; er wird ihm aber durch seine Berufung und Amtsführung auch in der nichtamerikanischen Welt einen auf wechselseitige Anerkennung und Wertschätzung gegründeten Platz zurückzugeben vermögen. Selbstverständlich sind Hautfarbe und Rassenproblem ein Dreh- und Angelpunkt dieser frühen Selbstvergewisserung. Die sehr persönliche Weise, in der Obama einerseits darin steht, nicht davon lässt und doch als Versöhner darüber hinausgelangt, ist der Schlüssel zu seinem Werdegang als Mensch und Politiker. Nicht nur als Redner, auch als Schriftsteller, der sein Heranwachsen an wechselnden Schauplätzen ebenso fesselnd wie umsichtig schildert, rührt er ans Herz. Das auch stilistisch schätzenswerte Frühwerk kann bereits jetzt Anspruch anmelden, einmal zu den wichtigsten autobiographischen Schriften unserer Zeit gezählt zu werden: Hier hat nicht nur ein amerikanischer oder afrikanischer Traum Gestalt angenommen, sondern ein Menschheitstraum. Sehr beeindruckend 5 von 5 Punkten"Ein amerikanischer Traum" ist ein großartiges und sehr beeindruckendes Werk, voller Ehrlichkeit, Offenheit und Sensibilität. Es ist also in jeder Hinsicht ungewöhnlich, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Autor ein Politiker ist! Das Buch ist in drei große Bereiche gegliedert. Der erste Teil befasst sich mit Obamas Kindheit auf Hawaii und in Indonesien, im zweiten Teil erfährt man viel über die Anfänge seiner politschen Arbeit in Chicago, wo Obama zusammen mit benachteiligten Schwarzen gegen zahlreiche Mißstände kämpft. Der dritte Teil handelt von Obamas Reise nach Afrika, wo er nach seinen Wurzeln und seiner Identität sucht und Mitglieder seiner Familie kennen lernt. Der Stil ist sehr persönlich, man lernt Obama in erster Linie als Mensch und Privatperson und erst in zweiter Linie als Politiker kennen. Man erfährt, was ihn ausmacht, wie er zu dem Mann geworden ist, der heute ist. Und als Draufgabe kommt auf keiner Seite Langeweile auf. Es gibt nichts, was ich an diesem Werk kritisieren könnte, deshalb: 5 Sterne! |
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Der Baader-Meinhof-Komplex: von Stefan AustBroschiert von Goldmann VerlagPreis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 6,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442469015, Erscheinungsdatum: August 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:sehr wichtiges Buch 5 von 5 PunktenIch finde dieses Buch ist ein ganz wichtiges Werk deutscher Geschichte. Es stellt die Tragik der 60 iger und 70 iger Jahre im politischen Kampf glasklar da.Das Buch rüttelt auf und macht bewußt, daß die Demokratie damals immer noch in den Kinderschuhen steckte...Ich hoffe, daß wir daraus weiter lernen und zu einem demokratischen und sozialen Staat uns entwickeln. Danke, daß es das Buch gibt. Neuauflage 2008: Fakten, Fotos und Informationen 5 von 5 PunktenAb dem 25. September läuft der Film in den Kinos: "Der Baader-Meinhof-Komplex", der die Entstehung und Entwicklung der RAF, einer Terrororganisation in Deutschland, aufzeigt. Beim Betrachten des Filmplakates mag einem das Bild mit den Fahndungsfotos in den Sinn kommen. Oder man denkt an den politischen Wirbel um das Gnadengesuch von Christian Klar von 2007, das schließlich abgelehnt wurde. Wer gerne genauer dahinter schauen möchte, was es mit den Ereignissen des sogenannten roten Jahrzehnts auf sich hat, der sollte sich die literarische Grundlage des Films zu Gemüte führen. Das als Standartwerk bezeichnete Buch des Journalisten Stefan Aust, der einige Mitglieder der ersten Generation persönlich kannte, ist umfassend und aufschlussreich, selbst für Leser, die keinen hautnahen Kontakt zu der jüngsten Geschichte Deutschlands haben. Seinen Ausführungen kann man als Leser leicht folgen; sie sind spannend und sehr informativ. In seiner Chronik der Jahre 1968 bis Ende des Jahres 1977 verarbeitet er vielfältiges Quellenmaterial wie zum Beispiel Interviews mit Beteiligten, Geschädigten, RAF-Dokumente, Zeitungsausschnitte, Polizei- und Gerichtsakten. Die vorliegende Ausgabe wurde durch zahlreiche Fotos ergänzt. Neuere Erkenntnisse, vor allem Indizien für geheimdienstliche Aktivitäten rund um den Sicherheitstrakt in Stammheim, wurden ebenfalls verarbeitet. Als Einstieg beschreibt Aust den Anfang vom Ende der RAF; die Todesnacht in Stammheim. Dann widmet er sich der Geburtsstunde der roten Vereinigung, der gewaltsamen Befreiung des geschnappten Baaders unter Mitwirkung der bis dahin sehr erfolgreichen Journalistin Ulrike Meinhof und den damit verbundenen Sprung in die Illegalität. Danach sind die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Zu-nächst erfährt man von den blutig niedergeschlagenen Protesten anlässlich des Besuches des persischen Schahs in Berlin und dem von Polizisten erschossenen Studenten, Benno Ohnesorg. Dann brennen in Deutschland die Kaufhäuser, die als Protest gegen den Vietnamkrieg von Andreas Baader, Gudrun Ensslin angesteckt werden. Den Brandstiftern wird der gerichtliche Prozess gemacht; die Verurteilten nutzen die Entscheidungszeit der Revision für die Rekrutierung junger Rebellen für eine mögliche Re-volution und rüsten für die Zeit des Untergrundes. Der Krieg der "sechs gegen sechs Millionen" beginnt schon bald mit Banküberfällen, Autodiebstählen und Bombenanschlägen. Aber der Staat schlägt zurück und wehrt sich gegen den alltäglichen Terror. Groß angelegte Polizeifahndungen führen zu ersten Erfolgen: Baader, Meins, Raspe, Ensslin, Mohnhaupt, Braun, Meinhof und Müller werden 1972 verhaftet. Während der Stammheimer Prozess die Öffentlichkeit in Atem hält, werden Neulinge für die RAF angewor-ben und darauf getrimmt, die glorreichen Vorreiter der Terrororganisation würdig zu vertreten und für die Freilassung der politischen Gefangenen zu kämpfen. Weitere Morde sind zu verzeichnen. Ihren Höhepunkt finden die Ereignisse im sogenannten Deut-schen Herbst 1977, in der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der Entführung und Befreiung der Passagiere und der Crew der Landshut. Nach dem Scheitern dieser Aktionen verliert die RAF ihre mordlustige Gewalt und so werden die darauf folgenden Jahre von Aust nur kurz zum Schluss behandelt. Stefan Aust schreibt sachlich und geht des öfteren auch ins Detail. Die schillernden Figuren wie Baader, Ensslin und Ulrike Meinhof werden portraitiert. Gerade durch die beinah unbeteiligte Berichtserstattung werden Emotionen geweckt. Wenn die Beteiligten selbst zu Wort kommen und man dann die Aussagen mit den Tatsachenberichten vergleichen kann, wird klar, wie weit das idealisierte Propagandabild der RAF von der Wirklichkeit entfernt war. Wie Aust selbst betont, sind der Schilderung vergangener Ereignisse Grenzen gesetzt, die selbst bei der Aktualisierung und Ergänzung des ursprünglichen Werkes von 1985 nicht zu überwinden waren. Nicht jeder war bereit dem Journalisten Auskunft zu geben und natürlich sind Augenzeugenberichte subjektiv gefärbt. Trotz dieser Einschränkungen ist es dem Autor gelungen, ein beeindruckendes Gesamtwerk zu bilden, an dem keiner vorbei kann, der sich ein möglichst klares Bild von der RAF machen möchte. Danke an Stefan Aust für dieses Buch 5 von 5 PunktenDa ich 1969 geboren bin, gehöre ich der Generation an, die immer neugierig auf die Plakate der Gesuchten starrte, wenn Muttern bei der Bank oder Post war.. Natürlich kannte und hatte man von der Entführung der Lanshut und Martin Schleiers -auch in meiner Generation- gehört, dennoch kannte ich viele dieser kleinen Details nicht. Super geschrieben, ein fesselnder Krimi- Danke Stefan Aust Aktuell wie eh und je 5 von 5 PunktenIch denke, viele Dinge sind schon gesagt und müssen nicht mehr wiederholt, und somit viele potentielle Leser bei der Information über dieses Buch gelangweilt werden. Das wäre nämlich sehr schade - ist dieses Buch doch genau das Gegenteil von langweilig! Ich habe schon in Rezensionen zuvor gelesen, daß es teilweise als trockene Aneinanderreihung von Informationen gesehen wird - das hat dieses Buch nicht verdient, im Gegenteil: gerade eine gewisse nüchterne Betrachtungsweise gibt ihm doch gerade das, was es als objektiv auszeichnen kann. Stefan Aust, der selbst viele Leute kennenlernteoder bereits kannte, welche in die RAF oder zumindest in den Untergrund gingen, hält trotzdem eine bewundernswerte Objektivität zum Thema. In meinem Bücherregal steht noch zudem noch die Taschenbuchausgabe von 1989, bereits "in Ehren" etwas angegilbt; jetzt könnte man denken: Wer ist so blöd und kauft sich dasselbe Buch zweimal? Dasselbe ist es aber nicht, denn was sich seitdem noch an neuen Erkenntnissen ergab, läßt das Thema nicht einfach unter dem Überbegriff "Deutsche Nachkriegsgeschichte" versinken. Die gebundene Ausgabe beinhaltet zudem viel Bildmaterial - großartig! Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine DVD-Kollektion mit Doku-Material. Anmerken möchte ich noch etwas, eher allgemeiner Natur denn dem Produkt entsprechend: Ich fand es schade, daß mittlerweile viele Jugendliche oder Heranwachsende keine Ahnung von der Materie haben, obwohl es doch Auswuchs der so wichtigen 68er ist. Bedauerlich, wieviele im Kino saßen und an Stellen lachten, an denen eigentlich das Lachen im Halse stecken bleiben sollte... Lehrreich... 5 von 5 Punkten... ist für mich das Buch von Stefan Aust durchaus. Es blieben einige Ungereimtheiten auf die Aust selber hinweist. Mein Kommentar zu der Geschichte "Two wrongs do not make one right." Die Verflechtungen der Geheimdienste (beider Seiten) zu Zeiten des Ost-West-Konflikts lassen durchaus die Vermutung zu das einige der Informationen in den Giftschränken der jeweiligen Dienste verwahrt wurden und werden. Gefallen hat mir an dem Buch das der Autor nicht versucht die Motive zu bewerten oder gar welche zu postulieren. Interessant wäre es die weissen Flecken die verbleiben auszufüllen. Mit Tatsachen, nicht Legenden. Am Ende bleiben Fragen offen. Und ein Gefühl das beide Seiten an Glaubwürdigkeit verloren haben. Für mich als Leser bewahrheitete sich das in jedem Konflikt das erste Opfer die Wahrheit ist und das die Entmenschlichung der Gegner ("Terroristen/Mordbuben","Schweine") einer der ersten Schritte Richtung Gewalt ist. Und das es immer wieder fatal ist an die eigene Propaganda bedingungslos zu glauben. Wer sich mit der jüngeren deutschen Geschichte bekannt machen möchte sollte dieses Buch unbedingt lesen. Sicher werden beide Lager da auch Argumente für sich finden, aber das ist nur Rationalisierung der eigenen Haltung nach den oben erwähnten "Two wrongs"... |
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Der Crash kommt: Die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten von Max OtteBroschiert von Ullstein TbPreis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 7,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3548369758, Erscheinungsdatum: April 2008, Auflage: aktualisierte Ausgabe. |
Aus der Amazon.de-RedaktionWas, wenn sich der Traum von der Steuerbarkeit der Wirtschaftsentwicklung als große Illusion entpuppt? Wenn der anhaltende globale Aufschwung der letzten Jahrzehnte in einem großen Crash zu Ende geht und in eine lange Ära der Depression mündet? Der bekannte Finanzprofessor und Buchautor Max Otte ist sich sicher: Der Crash kommt. So heißt das neue Buch des Wormser Ökonomieprofessors, der sich der Rolle des ökonomischen Ketzers zeigt. Sein Buch ist eine flammende Anklageschrift gegen die herrschende Lehrmeinung der ökonomischen Zunft. Und eine dringende Mahnung: Es ist wichtiger denn je, Vorsorge zu treffen -- bevor es zu spät und der Crash da ist. Ottes Anklage gilt dem Machbarkeitsglauben der Ökonomen, durch die Steuerung der Geldmenge die Inflation beeinflussen zu können. Genau das kann sie nicht!, proklamiert Otte. Denn der Geldsegen aus der Notenpresse fließe vor allem in immer spekulativere Investments. Und irgendwann werde die Masse der Schulden unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen, prophezeit der Autor: Nach allem, was mir meine Daten sagen, ist eine Weltwirtschaftskrise in den nächsten fünf Jahren sehr wahrscheinlich. Die Globalisierung selbst hat eine große Blase erzeugt, die über kurz oder lang entweder schnell platzen oder langsam in sich zusammensinken muss. Die Folge: Vermögen wird vernichtet. Die Wirtschaft schrumpft. Deflation regiert -- mit drastischen Auswirkungen: Staatsbankrott, Währungsreform. Das Gespenst von 1929, der letzten großen Weltwirtschaftkrise. Ottes Mahnung: Treffen Sie die notwendigen Vorbereitungen, seien Sie gelassen, und vermeiden Sie Verluste! Den Vorkehrungen gegen die kommende Krise ist der zweite Teil des Buches gewidmet. Otte verrät hier Anlagestrategien, die es ermöglichen sollen, eine Weltwirtschaftskrise zu überstehen. Seine Empfehlung: sich vorbereiten und seine Vermögensangelegenheiten in die eigenen Hände nehmen. Dabei kommen als antiquiert angesehene Formen der Wertanlage zu neuen Ehren: Bargeld und Gold sollen helfen, die Krise zu überdauern. Ottes Warnungen sind drastisch. Ob man ihnen Glauben schenkt oder nicht, ist letztlich wiederum eine Frage des Glaubens. Oder der theoretischen Vorentscheidung: Ist man ökonomischer Pessimist oder Optimist? Sieht man in der Krise einen normalen Begleitumstand des Wirtschaftens oder hält man sie für eine vermeidbare Panne? Ob man richtig lag, weiß man leider immer erst nachher.-- Winfried Kretschmer 5 Kundenrezensionen:Das beste Buch zur Krise!-Fundierte Erklärungen, flüssiger Stil, passende Rezepte 5 von 5 PunktenWer die derzeitige Krise in ihrer Entstehung und ihrem Verlauf verstehen will und wer nicht weiß oder sich unsicher ist, mit welcher Anlagestrategie man am besten durch die Rezession kommt, der kommt an diesem Buch einfach nicht vorbei! Prof. Otte gelingt es, mit seinem flüssigen und lebendigen, gut lesbaren Stil ein breites Publikum anzusprechen. Ob Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieur, ob Briefträger oder Hausfrau, es dürfte jedem mit ein wenig Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge sehr leicht fallen, den Argumentationsmustern des Autors zu folgen. Schon im Jahre 2006 erkannte Otte die Frühwarnsignale eines Zusammenbruchs des amerikanischen Finanzsystems, er warnte vor der Subprime-Krise und deren Folgen für die reale Wirtschaft. Dabei geriert er sich nicht als der Prophet, der das ganze Übel schon immer kommen sah, sondern macht mit spitzer Feder auf die großen Risiken, die sich hinter (oder in) der Immobilienblase verbergen, aufmerksam. Er sammelt eine ganze Fülle von Indizien für eine lange Krise und präsentiert dabei die Daten erfreulich lebendig und sehr schlüssig. Er tritt gleichsam mit dem Leser in einen Dialog und nimmt die Sorgen und Ängste des imaginären Gesprächspartners sehr ernst. Dabei lässt sich mit Begeisterung feststellen, mit welch spielerischer Lockerheit und Einfachheit er dem Leser selbst hochkomplexe Zusammenhänge in der globalen Wirtschaft vermitteln kann. Ich habe vorher noch nie ein Wirtschaftsbuch verschlungen, bis Max Otte kam. So manch ein (deutscher) Wirtschaftsprofessor könnte sich hier eine Scheibe abschneiden!Insoweit hat dieses Buch jetzt schon das Zeug zum Klassiker. Max Otte belässt es aber nicht bei einer Analyse der Weltwirtschaft, sondern zeigt auf sehr pragmatische und nachvollziebare Weise, wie man als Kleinanleger der Krise begegnen kann. Dabei stehen eher strategische Überlegungen zur Gestaltung einer krisenfesten Vermögensstruktur im Vordergrund als konkrete Aktienempfehlungen. Für die selbstständige Aktienanalyse und Anlageentscheidung empfiehlt sich eher sein ebenfalls sehr gutes Buch [[ASIN:3548372244 Investieren statt sparen: Wie man mit Aktien ein Vermögen aufbaut]zur Lektüre. Mein Fazit: Wer die Hintergründe und möglichen Folgen der derzeitigen Krise verstehen will, und sich auf eine mögliche längere Durststrecke vorbereiten muss, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Nicht mehr als ein Horoskop 1 von 5 PunktenChapeau! Ein auf Bildzeitungsniveau geschriebenes Horoskop für die weltweite Finanzkrise mit dem wissenschaftlichen Anspruch eines BWL-Erstsemesters. Von einem "ordentlichen" Professor sollte und könnte man mehr erwarten. Scheinkausalitäten und eine Menge *hätte, könnte, wenn und aber* machen dieses Buch zu einer echten Qual! Das Literaturverzeichnis besteht aus einer Ansammlung von beliebigen (bis auf eine Ausnahme) nicht referierten Beiträgen, für die man mindestens ebenso viele Gegenpositionen findet... Betrachtet man den Autor näher ist so einiges schon klarer und die oben angeführten Kleinigkeiten sind nicht weiter verwunderlich - geht es doch, so scheint es, eher darum, neue (ängstliche) Kunden bzw. Subscriber für das IFVE zu gewinnen. Peinlich! Im Stile des Buches ein abschließender Kommentar: Mit Sicherheit wird Herr Otte, unter den Voraussetzungen, die in seinen eigenen Büchern beschriebenen, mehr oder weniger wahrscheinlichen Gegebenheiten, unter Umständen Recht haben können - wobei er leider nicht sagen kann, wann er und in welchem Ausmaß er Recht haben könnte. Nicht mehr als ein Horoskop - im schlimmsten Fall aber eine selbsterfüllende Prophezeihung... Furchtbar 1 von 5 PunktenSchon beim Vorwort wurde mir klar, dass das Investment von 8,95 Euro eher als Sunk Costs in meine Bilanz eingehen. Das ständige "ich möchte kein Prophet sein, aber ich habe es schon immer gewußt..nur hört ja keiner auf mich" gepaart mit "damals als ich noch bei Bernanke in Princeton saß.." wirkt äußerst angeberisch für einen etablierten Professor. Vielleicht wurde er bei der Zusammenstellung der Wirtschaftsweisen nicht berücksichtigt und ist deshalb eingeschnappt? Wer weiss.. Zum Inhalt: Wer einmal in einer VWL Vorlesung gesessen hat oder regelmäßig in die Zeitung guckt, hätte zumindest den ersten Teils ger nicht lesen müssen. Die Wirtschaftsgeschichte des letzten Jahrhunderts ist nichts neues. Der zweite Teil sollte nun der Versuch sein, entsprechende Anlagetipps zu empfehlen. Auch hier werden, meiner Meinung nach, keine Neuigkeiten erzaählt. In Gold anzulegen, die Schweiz als sicheres Land der Banken zu empfehlen, von spekulativen Finanzderivaten abzuraten, etc. sind alles Erkenntnisse die jedem Kleinanleger schon vorher klar waren. Verglichen mit dem ersten Teil fällt der zweite Teil auch in seinem Umfang relativ dürftig aus. Der einzige Vorteil dieses Buches: Jeder kann es lesen. Man muss kein Finanzexperte sein um den Text nachvollziehen zu können. Wer die Zeitung mit den vier Buchstaben lesen kann, ist auch in der Lage dies Werk zu kapieren. wertvolle Informationen 5 von 5 PunktenIch habe mir das Buch aufgrund des Untertitels gekauft, wie man sich auf die kommende Krise vorbereiten sollte. Gut nachvollziehbar beschreibt Prof. Otte, dass Menschen vergesslich sind und durch den jetzt ca. 25 Jahre anhaltenden Aufschwung sich nicht mehr bewusst sind, dass es auch wieder abwärts gehen wird. Daher wird der Großteil der Bürger in den kommenden Krisen nicht vorgesorgt haben oder werden unzureichend darauf vorbreitet sein. Er gibt Tipps, wie man heute bereits die ersten Vorkehrungen treffen kann und empfiehlt zum Vermögensaufbau hochwertige Immobilien, Anleihen, ausgesuchte Aktien und Devisen in sicheren Ländern bei gut gerateten Banken. Einige dieser Punkte habe ich darauf hin prompt umgesetzt. Aufklärend waren für mich auch die vielen Hintergrundinformationen in dem Buch. China wird durch Sparsamkeit, Fleiß und Loyalität die Konsumwirtschaft USA, die der auf den eigenen Vorteil bedachte Alan Greenspan durch die Niedrigzinspolitik ermöglicht hat, in den kommenden Jahren von seiner Rolle als führende Wirtschaftsnation ablösen. Empfehlenswert. ein buch fuer die krise ? 3 von 5 Punktender crash kommt?...der crash ist laengst da...besonders in dem vom autor selbst betriebenem und beworbenem aktienfond...man nehme nur die wertpapierkennummer - A0F6CQ - gebe sie in die suchmaske bei cortalconsors, klicke dann auf "profil" und sieht, dass der fond in der rangfolge der besten im rueckblick auf ein jahr auf platz 539(!!), auf 6 monate auf platz 589(!!) liegt... unterhaltsames buch, besser als arztroman allemal, aber ein ratgeber fuer die krise ??...es kommt wie es kommt, nichts genaues weiss man nicht...auch nicht prof.dr.otte... |
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Bei Anruf nackt: Meine Partnersuche im Internet von Ulrike BornscheinBroschiert von HeynePreis bei Amazon: EUR 8,95 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3453645219, Erscheinungsdatum: November 2008 |
5 Kundenrezensionen:Meine Empfehlung: KAUFEN! 5 von 5 PunktenIch bin über einen Artikel im Internet auf das Buch aufmerksam gemacht worden und dachte gleich, Oh was für eine lustige Geschichte. Der Schreibstil von Ulrike ist einfach nur entzückend. Ich fand das Buch sehr amüsant und habe oft genug laut lachen müssen. Danke Ulrike, dass du uns so hast in dein Leben schauen lassen. Bzgl. der Erfolgsquote, es sind 12 Monate, da kann so einiges passieren. Das Buch ist genau das richtige für einen schönen, kurzweiligen und lustigen Winterabend. Meine Empfehlung: KAUFEN! Und anders herum ? 4 von 5 PunktenVielen Frauen wird Ulrike Bornschein aus dem Herzen sprechen und deshalb ist das Buch empfehlenswert. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. Aber, liebe Frau Bornschein, wie würde das Buch aussehen, welches den gleichen Versuch aus Sicht des Mannes beschreibt ? Ich meine nicht der Männer, die ihre "Visitenkarte" in ihrem Experiment abgegeben haben, sondern einen neuen Versuch. "Mann" organisiert Internetkontakte und schreibt darüber ein Buch. Wär' doch auch mal interessant. Erwarte ihre Vorschläge. Recht interessante Recherche zum Online-Dating 4 von 5 PunktenDas Buch ist sehr gut und auch fesselnd geschrieben. Die verschiedenen Charaktere der Männer, die sie kontaktiert und mit denen sie sich dann auch getroffen hat, werden eingehend und nachvollziehbar beschrieben. Gerade die Teile des Buches sind sehr unterhaltsam und irgendwie auch lehrreich. Allerdings meine ich, dass man das Buch durchaus so lesen sollte, wie es bereits der Untertitel rät: "Meine Partnersuche im Internet". Es handelt sich um einen Bericht einer konkreten Partnersuche im Internet, und zwar von einer ganz spezifischen Person in einer spezifischen Lebenssituation mit ganz spezifischen Absichten und Interessen (möglicherweise auch, um darüber ein Buch zu schreiben). Ich glaube nicht, dass die Erfahrungen unbedingt auf eine Frau übertragbar sind, die nur jemanden zum Ausgehen sucht oder die umgekehrt auf der Suche nach einem Ehemann ist. Und auf Männer möglicherweise sowieso nicht, wie mir ein Bekannter verriet, der das Buch gleichfalls gelesen hat. Der behauptete nämlich, die Autorin hätte eine erstaunlich hohe Erfolgsquote gehabt: andersherum gäbe es viel mehr Pleiten. Online-Liebe auf dem Prüfstand - sehr gelungen! 4 von 5 PunktenEin sehr offener und unverholener Blick in die virtuelle Liebeswelt - mit allen Profilen, Schriftwechseln und Dates - fast so als würde man am Nebentisch sitzen oder in einem fremden Laptop stöbern. Auch wenn wir Männer dabei insgesamt nicht so doll wegkommen, ist es absolut lesenswert und unterhaltsam geschrieben und gibt zudem sehr viel Aufschluss über die weibliche Denke im Partnersuchfieber. Die bisweilen sehr detaillierten, akribischen Charakterstudien sind besonders gelungen. Ansonsten bestätigt Ulrikes Bornscheins Buch die Erkenntnis, dass man die Liebe seines Lebens besser im realen Leben findet...so bleiben einem einige der Pleiten, des Peches und der Pannen vielleicht eher erspart, über die man sich in ihrem Buch allerdings köstlich amüsieren kann. Buch zum Thema egoistische Frau Anfang 40 2 von 5 PunktenDie Art und Weise wie das Buch über Bild beworben wird spricht für sich. Vielleicht sollte man in der Beschreibung erwähnen, dass die Autorin über 40 ist und wirklich nur einen kleinen Teil der Frauen darstellt. Ich sehe diesen zur Schau gestellten "Versuch" als Spiel mit Menschen und genau über diese Art von Frauen könnte ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung selbst ein Buch schreiben. Wer es seiner Freundin schenken möchte, soll das tun, es wird sie in allen Vorurteilen über Männer bestätigt sehen, und genau wegen dieser Vorurteile werden die Oberflächlichkeiten immer weiter steigen. Und wenn die Autorin dann am Schluss noch folgendes bilanziert, dann drängt sich der Gedanke auf, dass sie keinen Partner sucht sondern ein Abenteuer. O-Ton: Ich habe in diesem Jahr über mich gelernt, dass ich mich gern wieder verlieben möchte, aber keinen Mann mehr zum Leben brauche", sagt sie. Zu viel Beziehungsalltag ist ein Erotik-Killer." Sie hat keine Lust mehr auf Kompromisse. Das ist so mit über vierzig. Ein weiteres Buch mit extrem beschränkten Blickwinkel! |
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Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von den Anfängen bis zum Mittelalter. 5 CDs von Ernst H. GombrichAudio CD von Argon Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 13,47 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3866100981, Erscheinungsdatum: Sept. 2006, Auflage: 6., Aufl. |
Produktbeschreibung1EINE KURZE WELTGESCHICHTE F 5 Kundenrezensionen:Märchenbuch statt Geschichtsdarstellung 1 von 5 PunktenWem wäre, unabhängig von persönlichen Umständen, das Angebot nicht reizvoll vorgekommen, eine »Weltgeschichte für junge Leser« zu verfassen, wie es dem später großen Gelehrten Gombrich im Alter von 25 angetragen wurde? Er setzte sich hin, und in wenigen Wochen hatte er sich den Stoff angeeignet und das Buch verfaßt. Daß das möglich ist, zeigt jede Seite, die zweifellos mit schriftstellerischer Begabung, gefällig und gekonnt geschrieben sind. Leider gibt es, neben dem auch an anderer Stelle schon kritisierten Problem der ideologischen Einkleidung oder Verdrehung vieler Prozesse durch christliche Sehweise ein noch gravierenderes, auch wenn man gar nicht übermäßig genau hinsieht: Der junge Gombrich hat leider die Darstellung von Geschichte, ihrer Prozesse und Akteure, zumindest über viele Strecken in ein Märchenbuch mit nur ganz oberflächlicher Gemeinsamkeit mit einem Geschichtsbuch verwandelt, leider auch mit nicht geringen Zügen von Kindertümelei. Nicht daß Märchen nicht auf »Wahrheit« zielten oder zielen könnten. Eine Darstellung von Geschichte, erst recht, aber keinesfalls nur für jugendliche Leser, bedarf jedoch der Heranführung an eine rationale Sehweise, deren Ziel Erklärung, besser: Aufklärung, ist. Die Eigentümlichkeit von Gombrichs Buch läßt sich gewiß nicht mit der Entstehungszeit des Buches (1935) begründen (in der historischer Weitblick jedenfalls in engagierten Kreisen vielleicht sogar verbreitetet war als heute), sondern nur aus einem Fehlverständnis dessen heraus erklären, was jugendlichen Lesern an Verständnisvermögen -- gleich ob damals oder erst recht heute -- zuzutrauen ist. Geschickt verdichtet und verknüpft 4 von 5 PunktenDas Erste was auffällt ist die Aussprache. Christoph Waltz hat einen Dialekt und eine Betonung, die schon sehr ungewöhnlich, auch teilweise abgehackt ist. Kombiniert mit einer holprigen Wortwahl und Formulierung (z. B. 'nach dem Osten' statt 'nach Osten' oder 'wiewohl' statt 'obwohl'), muss man sich etwas reinhören und meine Kinder waren teilweise etwas irritiert. Wenn man der CD zuhört, so fällt vor allem die Kunst auf, durch direkte Ansprache der Kinder ("Du"), durch kindgerechte Zwischenfragen, Verknüpfungen, punktuelle Details und zusätzliche Erläuterungen z. B. von geschichtlichen Redewendungen das für die meisten eher trockene Thema 'Geschichte' spannend und locker zu vermitteln. Dass Schwerpunkte gesetzt werden müssen, die Kontinente Afrika, Australien und Amerika ganz fehlen und auch aus der alten Welt viele Etappen und Herrscher übersprungen werden müssen, ist völlig klar und der Länge nach angemessen. Die ausführliche Schilderung der Lebensweise der Ritter und des höfischen Lebens erscheint demgegenüber jedoch eindeutig zu lang. Aber die Kinder stört es nicht, weil das Thema Ritter natürlich immer gut ankommt. Das neutral dargestellte Kapitel über die Ursprünge und Grundpfeiler des Islam ist (gerade heute) sehr interessant und wichtig. Die eindeutig christliche Weltanschauung des Autoren (jenseits der historischen Bedeutung von Kirche, Rom und den Päpsten) kommt in diversen Kapiteln deutlich herüber. Darüber hinaus kann ich den guten Rezensionen der Vorredner nur zustimmen und sprare mir eine Wiederholung. Also: Solch ein Werk ist für alle jungen Zuhörer (und auch älteren Zuhörer, die ein Grundwissen auffrischen wollen) eine spannende und lebendige Art, Geschichtswissen zu vermitteln. Geschichte - unterhaltsam mit Tiefe ohne Langeweile 5 von 5 PunktenDer Anfang schleppt sich ein bisschen. Aber dann legt die Geschichte so richtig los und macht insbesondere meinem älteren Sohn (12) noch mehr Lust an Geschichte. Der jüngere (9) tut sich ein Stück schwerer. Kein Problem, er kriegt es in 2-3 Jahren halt noch mal zu hören. Mir als Erwachsenen hat es bestens gefallen und ich habe einiges aufgefrischt bzw. sogar neu erfahren. Und das noch dazu unterhaltend ohne zu langweilen. Leider unausgewogen 1 von 5 PunktenIn weiten Teilen ein sehr gutes, interessantes Hörbuch, mit einer leider völlig unausgewogenen viel zu positiven Darstellung der Kirche und der Kirchengeschichte. Gerade zum Ende des Buches unerträglich für Menschen, die sich mit der Kirche auch kritisch auseinandersetzen. Schade. Allgemeinbildung leicht verdaulich dargebogen 5 von 5 PunktenDieses Hörbuch ist auch für Erwachsene interessant und ermöglicht es, sich auf angenehme und vergnügliche Weise ein Überblicks-Allgemeinwissen anzueignen. Man erwirbt sich eine Art Grundgerüst, in das man dann anderes "einhängen" kann. Ich habe kürzlich in Spanien die Alhambra besichtigt und an einer Führung teilgenommen. Ich habe gezögert daran teilzunehmen, weil ich Führungen bisher meist sehr langweilig fand und mich zwingen musste zuzuhören. Durch das Hörbuch von Ernst Gombrich hatte ich so viel Hintergrundwissen erworben, dass ich die einzelnen Annekdoten und Hinweise bei der Führung einordnen konnte und sehr viel Spaß daran hatte. Sehr zu empfehlen! |
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Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra von Roberto SavianoGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 21,50, Angebote ab EUR 17,59 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446209492, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Kurz und bündig bewertet... 3 von 5 PunktenMeine kurze aber bündige Rezension: + die Darstellung der Reichweite und des Einflußes der Camorra, national und international... da sieht man Italien wieder mit anderen Augen - die Masse an Namen, Spitznamen und Ortschaften, Verwandschaftsgraden und Beziehungen untereinander läßt einem während der Geschichte das Gesicht einschlafen Gratulation und Beileid 2 von 5 PunktenZu dem Buch kann man nur gratulieren. Also dem Verlag. Dem Käufer und Leser nicht. Der Verlag hat es geschafft, in den Medien einen riesigen Wirbel um dieses Buch zu entfachen. Alle Qualitätszeitungen haben recht positiv darüber berichtet. Leider haben die Journalisten das Buch wohl nicht selber gelesen und die Berichterstattung basierte primär auf einer Pressemitteilung des Verlages. Folgerichtig wurde das Buch ein echter Bestseller in Deutschland. Unter dem Strich hervorragende PR-Arbeit. Durch das Buch selbst musste ich mich regelrecht quälen. Wer in Sachen Mafia nicht völlig unbedarft ist, erfährt in dem Buch überhaupt nichts Neues. Von Enthüllungen oder Insiderwissen kann keine Rede sein. Zusätzlich ist das Buch schlecht strukturiert und der Autor wechselt andauernd den Schreibstil, was das Lesen zur Qual macht. Unter dem Strich: Viele heiße Luft um nichts. Es kommt äußerst selten vor, aber das Lesen dieses Buches empfand ich als vergeudete Zeit. Die harte Realität im Reich der Camorra 4 von 5 PunktenDas öffentliche Bild vom organisierten Verbrechen mag zwar von der sizilianischen Mafia geprägt sein, doch diese ist gegen die süditalienische Camorra, so der Autor, kaum mehr als ein Knabenchor. Roberto Saviano, der inzwischen im Untergrund lebt, erhielt für seine Recherchen zu diesem Buch 2006 den Premio Viareggio, einen italienischen Literaturpreis. Während die italienischen Juroren vermutlich ausreichend Hintergrundkenntnisse besitzen, um zwischen harten Fakten und Überzeichnung unterscheiden zu können, ist davon beim deutschen Otto-Normal-Leser höchstwahrscheinlich nicht auszugehen. Die Frage, wo Savionas Buch nun Roman und wo Sachbuch ist, kann der Laie kaum beantworten. Nicht zuletzt, weil die Kapitel in sich abgeschlossen sind und damit oft zusammenhanglos erscheinen. Der rote Faden versteckt sich hinter blutigen Anekdoten. Schockierend und augenöffnend! 4 von 5 PunktenGehört hat man von der Camorra normalerweise schon und hat sich auch ein gewisses Bild von diesen Kriminellen geschaffen, doch so wie Saviano die Machenschaften und die Hintergründe beschreibt, muss man sein eigenes Bild der Lage gründlich revidieren. Als gebürtiger Süditaliener ist er in und mit diesem System aufgewachsen und weiß also wovon er schreibt. Schön sind die autobiographischen Passagen, die die trockenen Teile der reinen Beschreibung des Systems und der Hintergründe aufwiegen. Doch gerade diese Teile machen das Buch um so schockierender. Es sind nicht Geschichten aus Hollywood (worauf der Autor auch eingeht), sondern es ist die Wirklichkeit (oder zumindestens eine Realität, die der Autor so erfahren hat). Die Erläuterungen der Handelwege von Stoffen, Zigaretten, Müll bis zu Drogen sind zum Teil verworren (wie das System nunmal ist), aber eigentlich gut nachvollziehbar. Schwierig wird es erst bei den vielen verschiedenen Namen. Es tauchen unzählige Personen auf, doch Saviano schafft es einen einigermaßen gut geratenen Überblick für den Laien und Leser zu erhalten. Während des Lesens wird man schockiert, muss lachen (z.B.: über die merkwürdigen Spitznamen der Bosse) und schüttelt vor lauter Unglauben den Kopf. Kritisch anzumerken (und daher nur vier Sterne) ist der Umstand, dass man merkt es gibt zwei Übersetzer. Der zweite Teil ist meiner Meinung nach nicht so gut gelungen wie der erste, der mehr Charme und Frische besitzt. Trotzallem gebe ich diesem Buch gelungene vier Sterne! sumpf italien 5 von 5 Punktenalso ich hab' mich beim lesen schon mehrfach drüber gewundert, dass der autor das buch offenbar unter seinem realen namen herausgebracht hat. die tatsachen und begebenheiten die er schildert sind für leute die sich damit beschäftigen oder dem ganzen auch gezwungenermassen ausgesetzt sind wahrscheinlich bekannt bzw. alltäglich - aber für jemanden wie mich, der sich mit der materie noch nicht beschäftigt hat, ist es der hammer. das verdienst des autors liegt meiner meinung nach darin, dass er einerseits seine persönliche lebenswelt schildert und andererseits fakten über die camorra abseits von einschlägigen statistiken und fachbüchern zusammengetragen hat. wobei mich der verdacht beschleicht, dass saviano auch einigermassen besessen von dem thema ist - sonst hätte er wohl nicht so viel riskiert. literarisch kann man das buch sicher diskutieren - aber bei so einem buch ginge dass ohnehin unerheblich. ich lese das als tatsachenbericht - wobei mir schon manche sachen einigermassen unglaublich erscheinen ... das liegt aber wohl weniger am autor als an meiner mangelnden vorstellungskraft. jedenfalls finde ich es fesselnd und es liest sich auch einigermassen flüssig. meinen nächsten süditalienaufenthalt hab'ich jedenfalls verschoben ... |
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Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas TalebGebundene Ausgabe von Hanser WirtschaftPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 19,66 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446415688, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
5 Kundenrezensionen:Hochtrabend, polemisch und ziellos. 1 von 5 PunktenTaleb unterschreitet mit diesem Buch deutlich das Mindestniveau populärwissenschaftlicher Literatur. Eigentlich hat er nicht mehr zu sagen, als dass immer wieder Dinge geschehen, die man nicht erwartet. Na und? Banaler geht's nicht. Außerdem gibt er ständig mit Bildungsbrocken an, die aber inhaltlich gar nichts bringen, und spickt den Text mit ironischen Formulierungen und Bemerkungen, insbesondere zu den akademischen Meriten bekannter Wissenschaftler. Das Ärgerlichste an diesem wirklich überflüssigen Buch ist, dass man sich nach der Lektüre regelrecht verschaukelt vorkommt. Alles geht im allgemeinen, ziellosen Geschwätz über Glück und Unglück des Zufalls unter. Weder erläutert Taleb moderne Theorien des Umgangs mit Zufällen, noch unterscheidet er zwischen so unterschiedlichen Ebenen wie der systemischen (In)Stabilität, der existenziellen Betroffenheit, der mathematischen Wahrscheinlichkeit, induktionslogischen Ansätzen und dem allgemeinen Menschenverstand beim Auftreten von Unerwartetem. Einfach ein Wortbrei. Danke für Obst. Katastrophale Übersetzung 1 von 5 PunktenDies Buch ist leider aufgrund der miserablen Übersetzung unerträglich. Ich habe es nach 20 Seiten weggelegt. Sollten Sie sich dafür interessieren, lesen Sie es unbedingt im Original. In Zeiten der schwarzmalerei eine willkommene Abwechslung! 4 von 5 PunktenDas Buch lockt mit dem Titel, der eigentlich doch nur bedingt in Form einer Metapher etwas mit dem Inhalt zu tun hat und mit einer (wie ich finde) interessanten Schreibweise! Taleb schreibt auf hohem Niveau, wenn auch für meinen Geschmack, etwas viel mit unnötigen Fremdwörter ausgeschmückt wurde. Vielleicht um das ganze "wissenschaftlicher" wirken zu lassen. Erzählt wird aus der Perspektive des Autors selbst, welcher auch teilweise eigene biografische Hintergründe einfließen lässt. Das verleiht dem Buch eine gewisse "Tiefe". Die Handlung beschäftigt sich fortwährend mit dem Sachverhalt, den Zufälle mit sich bringen, also mit unvorhersehbaren Ereignissen. Das Buch ist eine willkommene Abwechslung! Unsere Welt (die sich eigentlich doch immer irgendwo in einer Krise befand) wird endlich mal nicht noch schlechter geredet, als sie ist -(wir haben doch alle Essen und Trinken hier?!)- und mal aus mehr als einem Blickwinkel betrachtet! Besonders charmant, von Ironie gezeichnet und geistreich sind seine Gedankenexperimente. Ich denke Menschen, die sich über dieses Buch aufregen, haben es vielleicht zu ernst genommen. Man sollte Taleb mit ein bisschen Sarkasmus und Witz verfolgen, denn das ist es was er diesem Buch auch an manchen Stellen verleiht. Man beachte einfach den rosa Schwan unter dem Titel "Der schwarze Schwan"! Kategorie: Philosophie, International, Finanzwelt Ich befinde mich in der Altersgruppe 18-25 Für Schüler bzw. Jugendliche halte ich dieses Buch jedoch für zu komplex. Zur Übersetzung: Für jemanden, der nicht wahnsinnig gut Englisch kann, ist es unmöglich dem Autor zu folgen! Die Sätze bleiben doch trotz allem, lang und verschachtelt mit vielen Eigenkreationen an Wörtern und einer vielzahl von Fachbegriffen! Aufschlussreich! 5 von 5 PunktenDieses Buch zeigt, wie die Welt und die Entwicklungen in allen möglichen Lebensbereichen von unvorhersehbaren Ereignissen beeinflusst werden und das auf sehr anschauliche Weise. Wir sind offensichtlich so gestrickt, dass wir Ereignisse, die uns eigentlich überrascht haben, hinterher so kommentieren, dass sie sich doch eigentlich zwangsläufig aus diesen und jenen Aspekten ergeben mussten (retrospektive Verzerrung). Der Autor plädiert dafür, wir sollten einsehen, dass wir deutlich weniger wissen und verstehen, als wir denken. Die Lektüre seines Buches veranlasst einen, die Dinge skeptischer zu betrachten und nicht ständig die Muster vergangener Ereignisse auf Gegenwart und Zukunft zu projizieren. Es geht in diesem Buch um Zufälle, Unsicherheiten, Wahrscheinlichkeiten..., bezogen auf die Welt als Ganzes, aber auch auf den wirtschaftlichen Bereich (Börse etc.) Taleb schreibt witzig, sein Buch ist alles andere als trocken, selbst wenn es sich mit mathematischen Themen befasst (selbst ich als eher Mathematik-Verdrossene verstehe hier nun einiges mehr als bisher). Ein Buch, das einem eine interessante, neue Perspektive, die Dinge zu betrachten aufzeigt! Konstruierter Skeptizismus 2 von 5 PunktenSo schlecht kann die Übersetzung ins Deutsche nicht sein, als dass sie für die inhaltlichen Schwächen gleich mitverantwortlich gemacht werden kann. Das Buch ist zwar auf den ersten 100 Seiten unterhaltsam geschrieben und bietet an der einen oder anderen Stelle auch Anlass zum Schmunzeln; gleichwohl drängte sich mir bei der weiteren Lektüre zunehmend der Eindruck auf, dass Taleb wissenschaftliche Theorien bzw. Erkenntnisse, wie z.B. Poppers Falsifikationsprinzip, mit persönlichen Anekdoten und Sichtweisen vermischt, die auf mich sehr konstruiert wirkten. Also gerade das, was er selbst Wissenschaftlern, die er z.T. mit holzschnittartigen Aussagen abwertet, vorwirft. Mir ist überhaupt nicht klar geworden, worin der Erkenntnisgewinn von Talebs "Essay" gegenüber dem Falsifikationsprinzip von Popper bestehen soll, der ja der Urheber der "Geschichte" vom Schwarzen Schwan ist. Eher erkenne ich darin einen deutlichen Rückschritt. Da werde ich dem Original - wie so oft - der Kopie gegenüber den Vorzug geben. In diesem Zusammenhang (positiv) erwähnenswert halte ich noch Stephen Jay Goulds "Illusion Fortschritt". Aber - hilft alles nichts mehr und es führt für mich an der Erkenntnis kein Weg vorbei, dass ich Zeit und Geld besser hätte einsetzen können. Das wenigstens hat es gebracht. |
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Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 von AnonymaTaschenbuch von BtbPreis bei Amazon: EUR 9,00, Angebote ab EUR 5,50 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442732166, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAls kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin. Auf seine Frage nach dem darin häufig verwendeten Kürzel "Schdg." kann sie nur bitter lachen. "Na, doch natürlich Schändung." Kurz darauf verschwindet Gerd. Ob für immer aus dem Leben der Frau aus Berlin -- wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei. Man sollte sich wappnen vor der Lektüre dieser Tagebücher, die als eines der ungeheuerlichsten und authentischsten Dokumente der letzten Kriegstage in die Literaturgeschichte eingehen dürften. Anonyma, deren wahre Identität -- verständlich genug -- auf eigenen Wunsch auch über ihren Tod hinaus unbekannt bleiben soll, schildert den Fall Berlins vom 20. April bis zum 22. Juni 1945. Ihre eigene Vita bleibt weit gehend im Dunkeln. Anfang 30, Fotojournalistin, weit gereist, mehrsprachig. Ihre Russischkenntnisse sollten sich in dem kommenden menschlichen Inferno als lebensrettend erweisen. Inmitten des Bombenhagels und in banger Erwartung vor den Russen, denen ein fürchterlicher Ruf vorauseilt, haben sich Hausgemeinschaften in Kellerlöchern verschanzt; junge Mädchen werden auf Dachböden versteckt. Es sollte in den meisten Fällen nichts nützen. Anonymas unterkühlter, fast lakonischer Berichtston lässt die sich anschließenden Plünderungs- und Vergewaltigungsorgien in all ihren scheußlichen Details umso drastischer erscheinen. Trotz mehrfacher Schändung zeichnet sie ein wohltuend differenziertes Russenbild, frei von allem Untermenschendenken. Sehr bald jedoch erkennt sie pragmatisch: "Ein Wolf musste her, der mir die Wölfe vom Leibe hielt!" Anatol wird ihr "ständiger Begleiter". Fragen nach moralischer Integrität tauchen in ihr auf, werden weggewischt. In diesem Zusammenhang liefert sie auch eine schonungslose Bestandsaufnahme deutscher Mannsbilder, die sich nicht scheuten, Kellerfrauen dem Feinde zuzuführen, um selbst ungeschoren davonzukommen. Dem Schriftsteller Kurt W. Marek (bekannter unter seinem Pseudonym C.W. Ceram, unter dem er den Bestseller Götter, Gräber und Gelehrte veröffentlichte), verdanken wir den Erhalt dieses "selbstentblößenden" Kriegsgemäldes. Marek, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnte, lernte 1946 die Schreiberin kennen und erfuhr von den Tagebuchkladden. Fünf Jahre Überzeugungsarbeit waren nötig, sie von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung zu überzeugen. 1959 erschienen, geriet sie leider bald in Vergessenheit. Die Frau aus Berlin ist mittlerweile verstorben -- ihre Erinnerungen werden ewig leben. --Ravi Unger 5 Kundenrezensionen:Eine starke Frau 5 von 5 PunktenInterressanterweise hat Anonyma dieses Tagebuch nicht benutzt um sich den Schmerz über die Vergewaltigungen und den Hunger von der Seele zu schreiben. Es scheint als hätten sie die Fähigkeit einfach immer den nächsten Schritt zu tun und Dinge zu hinterfragen vor dem Zusammenbruch bewahrt. Sie beobachtet die Reaktionen der Menschen, hinterfragt welche Charaktere nicht so leicht zerbrechen an der Situation. Natürlich sind ihre Erkenntnisse nicht ganz frei von der Propaganda der damaligen Zeit, andererseits besitzt sie aber doch wieder einen erstaunlich unabhängigen Geist und stellt sich auch Fragen wie ob Vergewaltigungen verhindert werden könnten wenn die den Soldaten erotische Bilder zur Verfügung gestellt würden und daß es nicht die Staatsform ist, die Menschen unglücklich macht sondern das sich einfach so anpassen. Was aber jetzt nur einige Überlegungen der hochintelligenten Frau sind. Mich hat dieses Buch von der ersten Seite in den Bann gezogen, durch diese genauen Beschreibungen fühlt man sich inmitten der Geschehnisse gesetzt und fühlt mit. Es ist auch ein Buch über das ich noch lange nachgedacht habe. Einzigartiges Zeitdokument 5 von 5 PunktenDie Anonymität der Verfasserin lässt jene Offenheit zu, die dieses Buch zu einem ganz außerordentlichen historischen und literarischen Dokument macht. Im Jahr 1954 erscheint "A Woman in Berlin" zunächst in den Vereinigten Staaten, anschließend folgten Übersetzungen in acht weiteren Sprachen. 1959 publiziert der Schweizer Verlag Kossodo eine deutsche Ausgabe. Mitten im Kalten Krieg bleibt das Buch unbeachtet. Kurz vor ihrem Tod hat die Autorin das Manuskript nochmals durchgesehen und einige Veränderungen vorgenommen. Auf dieser Version beruht die jetzt in der Anderen Bibliothek erschienene Ausgabe. Der Frau in Berlin dient ihr Tagebuch zur Selbstvergewisserung, sie schreibt, um zu spüren, daß sie noch Mensch ist in all der Barbarei und auch, um die Zeit zu festzuhalten. Der Trieb, der sie am Leben erhält, ist der Hunger: Für eine anständige Mahlzeit nimmt sie sogar russische Gesellschaft in Kauf. Es ist müßig, dieses ungeheuerliche Buch mit anderen Aufzeichnungen jener Zeit, zu vergleichen: Es ist einzigartig - seine Verfilmung obligatorisch. Keine Heldinnen - und kein "Buch zum Film" 5 von 5 PunktenDie letzten Tage des 2. Weltkriegs im zerbombten Berlin. Stundenlang kauern die Menschen, oft willkürlich zusammengewürfelt, in kalten, düsteren Luftschutzkellern und warten. Warten, dass der Krieg vorbei ist. Warten auf die Sieger. Die Russen, die Rote Armee. Unter ihnen eine Frau in den Dreißigern. Eine gebildete, weitgereiste und unabhängige Journalistin mit wachen und präzise beobachtenden Augen. In die Schablone einer deutschen Hausfrau und Mutter passt sie nicht. Sie ist allein, der Freund ein Sandkorn in der Wüste der Wehrmacht, Kanonenfutter, wenn es ganz schlecht läuft. Ist sie eine überzeugte Nationalsozialistin? Eine Faschistin?, wie sie schon bald von einem russischen Offizier gefragt werden wird? Wohl nicht. Vermutlich hat sie sich mit innerer Distanz irgendwie durch die Zeit des Dritten Reiches manövriert, hat Zugeständnisse gemacht, wenn es die Arbeit erforderte, ist Außenseiterin geblieben, ohne groß aufzufallen. Jetzt herrscht Endzeitstimmung. Es gibt keine ablenkende Arbeit mehr, das Schreckgespenst des Hungers wird von Tag zu Tag größer und bedrohlicher. Immer größer wird auch die Angst davor, was geschehen wird in den kommenden Tagen und Wochen, in dieser seltsamen Leere, in dem der Krieg vorbei und Frieden noch lange nicht in Sicht sein wird. Geordnete Verhältnisse, dieses urdeutsche Bedürfnis, wird es lange nicht mehr geben. Wird diese noch immer junge Frau überleben, und wenn ja, um welchen Preis? Klug und nachdenklich wie sie ist, macht sie sich keine Illusionen hinsichtlich der Sieger, die, traumatisiert und verroht, ihre Belohnung einfordern werden. Wie nach jedem Krieg, werden die Frauen der Besiegten diesen speziellen Preis bezahlen. Trieb und das Wissen, den Gegner auf eine Art und Weise zu verletzten, die kein Kampf und keine Waffe bieten kann, gehen eine grausame Allianz ein. Gewiss, nicht alle Soldaten sind Vergewaltiger, und nicht alle Frauen werden vergewaltigt. Kein Trost, wenn man vergewaltigt wird. So sitzen sie in den Kellern und warten, und das junge Mädchen aus Ostpreußen, das vom Krieg schon einmal überrollt wurde, wimmert. Beten kann sie nicht, die Frau, deren Namen wir nicht erfahren werden, aber schreiben. So fängt sie an, gegen ihre Angst an- und die Ereignisse aufzuschreiben: Einmarsch der Rotarmisten, Hunger, Not, Verrat, Niedertracht, Überleben um jeden Preis, verzweifelte Improvisationen und Auflösung der Keller-, Haus- und Zwangsgemeinschaft. Und Vergewaltigungen. Immer wieder Vergewaltigungen, zu jeder Zeit, fast an jedem Ort. Die wenigen deutschen Männer stehen - manchmal auch im eigentlichen Sinne des Wortes - ohnmächtig daneben. Die Kinder ebenso. Immer wieder bedrückend häufig Schändungen, denen auch "Anonyma" nicht entgeht, in einer Zeit, in der sich die Frauen mit der Frage "wie oft?" in die Augen sehen und manche mit Galgenhumor auch Witze reißen, ein Bollwerk gegen das Grauen. Um Ungeheuerliches, später nur allzu oft kollektiv Verdrängtes, geht es in diesem Buch, bei dem man sich nicht einig wird, ob es ein authentisches Zeugnis, ein zeithistorisches Dokument, ein tatsächlich existierender Tagebuchbericht ist. Als das wurde und wird es vermarktet. Die erste, die amerikanische Ausgabe aus dem Jahr 1954 wurde von Kurt W. Marek herausgegeben, einem Autor (Götter, Gräber und Gelehrte), der sich unter anderem darauf spezialisiert hatte, Tagebücher und andere Dokumente Dritter zu "literarisieren", also stilistisch zu überarbeiten und effektvoll zu ergänzen. Bei seiner Witwe liegen die Rechte an diesem Buch, und sie ist wohl auch im Besitz des Originaltagebuchs, das aus Heften, einer Kladde und etlichen Zetteln bestehen soll. Walter Kempowski, der im Streit um die tatsächliche Existenz der Aufzeichnungen hinzugezogen wurde und diese begutachtete, hat keinen Zweifel an der Authentizität des emotional so bewegenden Textes. Letztendlich bleibt es dem Leser überlassen, was er glauben will. Auf mich | |
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