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808s & Heartbreak von Kanye West

Zoom Produkt-Bild: 808s & Heartbreak
Audio CD von Def Jam (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 10,50

4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: November 2008

Tracks:

  • Say You Will
  • Welcome To Heartbreak
  • Heartless
  • Amazing
  • Love Lockdown
  • Paranoid
  • RoboCop
  • Street Lights
  • Bad News
  • See You In My Nightmares
  • Coldest Winter
  • Pinocchio Story (Freestyle Live From Singapore)

5 Kundenrezensionen:

Kanye wird Emo
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Schon die Entwicklung von "Late Registration" zu "Graduation" war groß und zeigte, dass Kanye West neben der Liebe zu akustischen Instrumenten auch einen Hang zum eher elektrischen Sound hat. Der Sprung zum nächsten Album "808s & Heartbreak" ist sogar noch extremer und beachtlicher, denn wohl kaum ein Künstler wagt eine solche Veränderung. Es scheint als habe Kanye hier die Festplatte gelöscht, die alten Soul-LPs aus dem Studio geschmissen und den Vocoder angestellt. Seine Stimme ist ausschließlich verzerrt zu hören, was mir persönlich eigenlich nichts ausmacht, die Produktion geht in Endeffekt dann doch nicht ganz so extrem in Richtung Pop, sondern fährt mit basshaltigen und sehr melodischen Nummern auf, wie sie teilweise auch gut auf Rap- und R'n'B-Alben hätten auftauchen können. Lyrisch zeigt uns Kanye, was in der letzten Zeit so alles sein Herz gebrochen und berührt hat. Interessiert sicher nicht jeden, doch deutlich besser als das, was so viele seiner Kollegen abliefern.

Den Anfang des elf Song starken Werkes macht "Say You Will". Hier fühlt man sich etwas an das alte Album erinnert, denn das begann ja ebenfalls ruhig und behäbig. Ein tiefer und fast schon düsterer Bass wird hier von sonarähnlichen Pieptönen, mystischen Gesängen und gelegentlichen Pianoeinsätzen begleitet, wozu uns Kanye das erste Mal den Style des neuen Albums präsentiert, nämlich sehr emotional und natürlich singend, was meiner Meinung nach auch sehr gut klappt. Ebenfalls dunkler, dafür aber schon etwas kraftvoller wirkt "Welcome To Heartbreak", das mit flotterem Takt um die Ecke kommt und ein angenehmes Klavierspiel sein Eigen nennen kann, teilweise kommen auch noch Streicher hinzu. Kanye's Stimme ist hier so verzerrt, dass es klingt, als würde er im Hintergrund singen und seinem neuen Schützling Kid Cudi die Bühne überlassen. Insgesamt sehr gelungen, besonders das Instrumental ist ein Traum.

"Heartless" pumpt recht kraftvoll mit dröhnenden Beats und energiegeladenen Background-Elementen, die einen sofort packen und sowohl von der rhythmischen als auch emotionalen Seite berühren. Kanye's Gesang ist hier eigentlich perfekt, so dass man meine könnte, er habe nie etwas Anderes gemacht. Eher schlicht ist "Amazing" produziert, denn es setzt fast ausschließlich auf Piano und Claps, gelegentlich singen noch ein paar Stimmen im Hintergrund. Die Wirkung dagegen ist alles andere als schlicht, sondern einfach großartig und verursacht bei mir jedes mal aufs Neue Gänsehautfeeling pur. Besonders toll finde ich hier den Effekt, wenn Kanye das letzte Mal den Refrain performt, alles ruhig wird und man fast schon das Gefühl hat, der Song ist vorbei, dann das Klavier jedoch noch einmal anfängt zu spielen und Young Jeezy mit seiner kratzigen Stimme eine großartige Strophe abliefert - wow!

Wie wohl jeder andere wurde auch ich durch "Love Lockdown" auf "808s & Heartbreak" aufmerksam. Es ist mein absolutes Lieblingslied des Albums. Der Mix aus Niedergeschlagenheit während der Piano unterlegten Strophen mit der Power des Refrains, der mit hämmerden Trommeln auffährt, ist schon echt großartig, gegen Ende, wenn noch Töne aus der Elektronik hinzukommen artet das Ganze in einem Soundfeuerwerk aus, wie es die aktuelle Black Music Szene wohl schon seit Ewigkeiten nicht mehr erlebt hat. Das erste wirklich eher poppige Lied bekommt man mit "Paranoid" zu hören. Es ist sehr elektrisch, aber auch sehr fröhlich, frisch und bietet dazu noch eine toll aufgelegte Kombo in Form von Kanye West und Mr. Hudson. "RoboCop" beginnt zunächst mit drückenden Beats und explosionsartigen Geräuschen, sodass man sich fragt, was da wohl kommen mag. Doch kaum ist dies geschehen, kommen auf einmal ein Haufen an Violinen zum Einsatz, die ein komplett anderes Feeling aufkommen lassen.

Sie klingen stark, dennoch sehr gefühlvoll. Vom Refrain ganz zu schweigen, denn der ist einfach der Wahnsinn. Muss man einfach mal gehört haben. Diese Euphorie wird mit dem eher bedrückenden "Street Lights" wieder etwas zunichte Gemacht, was jedoch nichts Schlechtes heißen soll, es weckt einfach völlig andere Gefühle in einem. Leider gefallen mir die letzten Songs dann nicht mehr ganz so gut wie das Vorherige. "Bad News" ist dank seines Pianos und der erneut eher dunklen Note zwar ganz nett anzuhören, verliert jedoch bald seinen Reiz. Ähnlich ist es bei dem wieder sehr von Synthesizer geprägten und poppigeren "See You In My Nightmares" mit Lil Wayne und dem Album abschließenden "Coldest Winter", das für meinen Geschmack dann doch etwas zu sehr auf die Tränendrüse drückt.

Als wirklich revolutionär oder gar Neuschöpfung der Musik empfinde ich "808s & Heartbreak" nicht wirklich, eher nach einer gelungenen Kombination aus dicken Beats mit emotionalen Melodien, was am Ende zu einer meist sehr überzeugenden und wirklich berührenden Klangwelt verschmilzt. Kanye's Gesang gefällt mir recht gut, könnte ich mir auch in Zukunft vorstellen, allerdings ist das wohl eine Sache, die jeder anders sieht. Meine einzige größere Kritik geht an das Ende des Albums, denn das ist dann doch etwas langweilig, von dem verkorksten Live Freestyle als Bonus Track ganz zu schweigen. Jedem, dem "Love Lockdown" gefallen hat, dürfte diese Emo-Elektro-Hip-Pop Scheibe sicher gefallen, alle andern sollten gründlichst reinhören.
perfekt(aber nicht der gewohnte hip hop)
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
viele lieder haben die gleiche hintergrundmelodie, das ändert aber nichts daran, dass das album, auch wenn es nicht der gewohnte hip hop, ist trotzdem ein sehr gelungenes album ist.
fazit:5*
KanYe West bleibt der mutigste aber dennoch innovativste Künstler überhaupt!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich muss sagen, Kanye West hat sich etwas gewagt, was sonst niemand in dieser Form gemacht hat!
DerUnterschied zwischen diesem Album und seinen älteren ist so groß wie schwarz und weiss!
Man kann nicht mehr sagen das diese "HipHop" ist, denn das hier ist Mr. West!
Und der weiss ganz genau wie man schöne Musik macht!
Viele sagen mit Auto Tune kann jeder geile lieder machen! Nein! Es gehört natürlich musikalisches talent dazu! und das hat Kanye zu genüge!

Love Lockdown und Heartless kennen wir ja alle schon, beides sehr gute Songs, weniger HipHop aber wer sagt das Kanye HipHop Künstler ist?

Er hat mit diesem Album sehr schöne Songs die einem echt unter die Haut gehen!

Zu empfehlen sind z.B gleich der erste track Say You Will! 6 Minuten und einfach wunderschön! ALLE Leider bis auf Robocop und Paranoid sind zu empfehlen, diese beiden finde ich nicht sehr gelungen!

ICh gebe für KAnye individualität und seine ideen 5 steren und zwar 5 verdiente sterne, weil meiner meinung nach nicht zu erwarten is das sein nächstes album dieser art sein wird, aber er hat einfach was probiert und das sollte man respektieren!

* * * * *
Experiment gelungen!
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Selten war ich bei einer CD-Anschaffung so skeptisch wie bei diesem Album von Kanye West. Die Single-Auskopplung "Love Lockdown" konnte mich zu Beginn überhaupt nicht überzeugen und war selbst nach dem Live-Erlebnis in Oberhausen immer noch nicht in meinem Gehörgang angekommen. Ebenfalls wirkte der Stimmverzehreffekt bei mir anfangs überhaupt nicht - sollte Cher ihn doch weiter nutzen. Doch irgendwie wollte ich das Album dann schließlich doch besitzen. Kanye West ist nun mal einer der kreativsten der Musikbranche und zu mindestens der Versuch einer Neuentwicklung in der Musikszene sollte doch gewürdigt werden. Denn Kanye West ist hier (in einigen Stücken) endgültig die perfekte Mischung zwischen Hip Hop und Pop gelungen - Hip Pop vom allerfeinsten.

Man merkt zu jeder Zeit, dass der Mann seinen Ursprung im Hip Hop hat. Die Musik flowt in einer ganz besonderen Art und Weise und Raps werden melodiös eingestreut. "Heartless" ist dafür mit großer Sicherheit ein genauso gutes Beispiel wie "Welcome to Heartbreak". Auch wenn das Thema "Heartbreak" eigentlich das Thema des Albums ist, ist es nicht zu drückend, zu depressiv geworden. Herrliche Melodien und gar eine Art von gute Laune wird oft genug verbreitet ohne den eigentlich traurigen Grundton zu stören. Sowas kann eben nur der Meister Kanye West.

Angetan hat mich auch die Tatsache, dass der 808 (Stimmverzehrcomputer - AutoTune) mal mehr und mal weniger zum Einsatz kommt. Sind "Amazing" , "Love Lockdown", "Heartless" und "Street Lights" komplett in den synthetischen Sound eingetränkt, so hält man sich mit dem Effekt bei Paranoid" oder dem grandiosen und besten Track auf dem Album "RoboCop" angenehm zurück, sodass es in einigen Passagen wirklich kaum auffällt mit welcher Technik Kanye West arbeitet. Natürlich kann der Mann nicht singen und wird diese Lieder wohl nie so richtig live performen können. Dennoch ist das Album ein wirklich tolles Konzeptalbum geworden, was den Hip Hop-Kritikern zeigen sollte, dass die Künstler des Genres allen voran Kanye West mehr zu bieten haben. Da verzeiht man auch Songs, die eher in die Kategorie Aussetzer fallen ("Bad News" oder "Say u will").

Fazit: Tolles Experiment - tolles Konzeptalbum!
Für mich das Album 2008
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Für mich ist 808&Heartbreak das Album des Jahres 2008. Aus dem ganz einfachen Grunde, dass es mir persönlich am Besten gefällt.

Nun zum Album selbst:

Wir wissen schon lange, dass Kanye West etwas ganz besonderes im Hip Hop Geschäft ist. Eigentlich viel zu besonders, zu stilvoll und im Vergleich zum Rest der Rap Prolos ala 50cent auch zu intelligent. Dementsprechend naheliegend ist es eigentlich, dass sich Kanye West zumindest mit diesem Album vom Hip Hop entfernt und dem Pop näherkommt. Er nennt es Pop-Art. Sehr passend, denn schon beim ersten Hören der Platte denkt kommt sie einem vor wie moderne (Musik) Kunst.
Musikalisch fallen vorallem die gekonnt minimalistisch daherkommenden Beats der alten Roland SP 808 und die gelegentliche Untermalung durch Streicher/Piano positiv auf. Der Gesang von Kanye West ist recht subtil "ver-autotuned",was dem Ganzen eine sehr interessant, düstere Note gibt.
Textlich ist 808 & Heartbreak durch Kanyes Erlebnisse des letzten Jahres geprägt, den Tod seiner Mutter und vor allem die Trennung von seiner Verlobten. Sicherlich ähneln manche Passagen oberflächlichen Platitüden, sind aber im Gesamtkontext durchaus passend.

Ich möchte nicht auf alle Lieder eingehen, jedoch einige nennen, die für mich nicht nur 5 Sterne verdienen sondern einfach genial sind:

Heartless: Hier stimmt alles, Text, Melodie, Groove...Herrlich!

Love Lockdown: Ein Song, der nicht nur für Kanye West sondern auch für den Rest der Musikszene einfach einzigartig anders ist.

Robocop: Eigentlich mein absoluter Favourite auf dem Album. Streicher im Hintergrund, schöner Refrain, Wahnsinns Outro!!! OKAY OKAY OKAY OKAY -YOULL NEVER STOP IT NOW

Street Lights: Der Titel ist Programm. Meine erste Assoziation zum Song war eine Fahrt durch die Nacht vorbei an den Lichtern der Straße.

Pinnochio Story (Bonus Track): Live Freestyle von Kanye dezent mit klassischen Elementen untermalt. Kanye singt, dass Ruhm und Reichtum nicht alles sind, vielmehr sehnt er sich nach dem "normalen Leben". Nicht hochphilosophisch aber textlich durchaus interessant, zumal wenn man bedenkt wie sehr andere Hip Hop Kollegen doch Reichtum und eigene Unfehlbarkeit predigen.

Resümierend kann ich sagen, dass 808&Heartbreak ein wirklich sehr gutes Album mit durchweg atemberaubenden Songs ist. Ich empfehle jedem Musikfan zumindest mal reinzuhören. Wer nicht den Sound der College Trilogie erwartet kann eigentlich gar nicht enttäuscht werden.
Wie gesagt für mich ist es das Album des Jahres und ich habe wirklich sehr viele Neuerscheinungen aus unterschiedlichsten Genres als Vergleichsmöglichkeit.

In diesem Sinne
"Keep on being special Kanye!"
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