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Das Erbe
mit Ulrich Thomsen, Lisa Werlinder, Ghita Nørby, Regie: Per Fly

Zoom Produkt-Bild: Das Erbe
DVD von SUNFILM
Preis bei Amazon: EUR 5,99, Angebote ab EUR 3,80

4,5 Punkte, empfehlenswert. 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Sept. 2005
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  • FSK 16

Produktbeschreibung


Der Sprssling einer dnischen Stahldynastie hat vor Jahren Firma, Familie und Land verlassen. Jetzt lebt er in Stockholm und ist glcklich verheiratet. Nach dem Tod seines Vaters drngt die Mutter den verlorenen Sohn dazu, die Geschfte zu bernehmen, um die angeschlagene Firma zu retten. Trotz gegenteiliger Interessen akzeptiert er und sieht sich bald dazu gezwungen, drastische Manahmen zu ergreifen - ohne die Konsequenzen fr sein eigenes Leben abschtzen zu knnen...
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5 Kundenrezensionen:

Interessante Story, sehr ernst
4 Punkte 4 von 5 Punkten
- sehr gute Erarbeitung
- sehr ernst gehalten
- Gute Leistung der Darsteller

- teilweise jedoch zu trocken
ein Männer Leben brilliant gezeigt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich würde sehr gerne mehr als 5 Sterne vergeben. Dieser Film ist vom Thema und von der Umsetzung her mehr als nur gut. Er trifft. Und berührt. Ein Mann, der Erbe einer Firma, MUSS das Amt des Firmenbosses übernehmen. Und leidet daran. Egal, was es ihn "kostet", er fühlt sich in der Pflicht.

Wie in dem Film "ein guter Hirte" wird gezeigt, wie ein eigendlich sanfter, feinsinniger, gebildeter und verantwortungsbewußter Mann an einem hartem Leben bricht. Zu Stein erstarrt.

Ulrich Thomsen zeigt, wie immer, sehr genau das Psychogramm eines ganz bestimmten Mannes. Man sieht, er kennt seine Geschlechtsgenossen und die vielfälltigen Ausführungen: Mann. Aber auch die anderen Schauspieler zeigen genau die Charaktere, die in so einem Schicksal vorkommen. Familien Loyalitäten zwingen Menschen in Leben, die sie freiwillig nicht gewählt hätten. Der eigendlich gute Wesenskern bringt manchmal gerade besondere Grausamkeiten hervor. Erst gegenüber sich selbst, dann gegenüber anderen.
gute schauspieler, nicht ganz offensichtliche geschichte...
3 Punkte 3 von 5 Punkten
der film *das fest* beleuchtet in einer rückblende das scheitern der beziehung eines glücklichen paares: christoffer *erbt* die verantwortung für die firma, die sein vater aufgebaut und später auch wieder knapp vor den ruin gebracht hat. der vater begeht selbstmord und die mutter verlangt von ihrem sohn, die firma zu retten und die leitung zu übernehmen. christoffer hat ganz offensichtlich bereits einen gescheiterten versuch hinter sich, sich in der firma zu etablieren. über die hintergründe erfährt man nichts, außer, dass christoffer quasi im seelischen notstand die firma verlies und sich nun außerhalb der firma in einem anderen land mit seiner frau maria ein neues leben aufgebaut hat und dort auch sehr glücklich zu sein scheint.

zunächst einmal: mir wurde im ganzen film nicht so recht klar, aus welchem grund sich christoffer überhaupt dazu entscheidet, die marode firma doch wieder zu übernehmen und dieses erbe anzutreten - schon vorher ist klar, dass er damit seine frau vor den kopf stößt und auch seine schwester, da deren ehemann ulrich bislang offiziell als zukünftiger chef der firma gehandelt wurde.

im grunde hatte ich den eindruck, dass christoffer ganz und gar unter dem scheffel seiner mutter steht, die zwar betont, dass christoffer der mann der stunde ist, der einzige mit dem biss, die firma wieder auferstehen zu lassen - und doch führt eigentlich sie die ganze zeit die regie und bestimmt, welche mitarbeiter (z.b. ulrich) und auch wieviele mitarbeiter entlassen werden. entlassungen hatte die bank zwar im zuge der sparmaßnahmen gefordert, doch es ist christoffers mutter, die eine harte gangart anordnet und noch mehr menschen arbeitslos macht, als selbst von den *bösen banken* überhaupt gefordert. somit zeigt sich christoffer im grunde von anfang an als eine person, die ganz und gar nicht dem bild vom starken macher entspricht, das die mutter in der öffentlichkeit von ihm zeichnet. im gegenteil: die mutter suchte einen handlanger und hat diesen in ihrem loyalen sohn wohl auch gefunden. vielleicht ist dies auch der wahre grund, warum der schwager so unverblümt ausgebootet wird - da hätte sie sicherlich nicht so leichtes spiel gehabt.

auch im weiteren verlauf des filmes wird nicht so recht klar, warum christoffer diese familienbürde weiterhin schultert: die banken vertrauen durchaus auf den *nebenbuhler* ulrich und wollen christoffe anfangs gar nicht im boot haben und meiner meinung nach kann spätestens dann auch nicht mehr die rettung von 900 arbeitsplätzen der *edelmütige* grund c?s sein, die zügel in die hand zu nehmen. wie edelmütig die rettung *derer da oben* in wahrheit ist, zeigt allein die grausame geste der mutter, gleich 30-70 menschen mehr über die klinge springen zu lassen, als gefordert. und christoffel zieht, stirnrunzelnd zwar, aber letztendlich doch brav und ohne widerspruch mit.

im laufe des films sagt christoffer seiner mutter sogar voraus, dass maria ihn verlassen wird, wenn er weiterhin so agiert, wie er es tut. hier wird nun endgültig klar, dass christopher sich längst entschieden hat: gegen seine frau und gegen seine familie und er geht auch sehenden auges in dieses unglück.

als christoffer seiner frau erklären will, dass er das alles (die endlose arbeit, die wesensveränderung etc.) ja auch für sie tue - schließlich habe sie ja auch neulich das neue auto dankend angenommen, zeigt maria im gegensatz zu christoffer biss: nach ihren worten kann sie auf diese dinge sehr wohl verzichten - sie hätte lieber ihren mann zurück. nachdem christoffer sich am ende auch nicht an die vereinbarung hält, nach zwei jahren mit maria nach stockholm zurückzukehren, zieht maria den schlussstrich. selbst das gemeinsame kind, dass sie christoffer zum abschied (vielleicht als letzte geste der hoffnung?) nochmal in die arme gibt, stimmt ihn nicht um.

ulrich thomsen spielt seine innere zerrissenheit großartig - betrinkt sich, verletzt sich - und ich frage mich, warum er frau und kind, die er doch offensichtlich über alles liebt gegen macht und mutti tauscht. vielleicht habe ich einfach das wesen der macht oder loyalität nicht begriffen - sollte eines von beiden der grund für sein handeln sein, so möchte ich diese gefühle niemals kennenlernen. da der film keine erklärung für diese existenzielle entscheidung christoffers liefert, vergebe ich auch trotz der gelungenen schauspielerischen leistung nur drei sterne.

realitätsnah sind die geschilderten arbeitsbedingungen, wie sie heutzutage überall herrschen: banken fordern die streichungen von arbeitsplätzen und selbst langjährige betriebszugehörigkeit und firmenloyalität zahlen sich nicht aus, wenn im machtpoker die strippen gezogen werden. es ist zum weglaufen, wenn man sieht, wie sich die arbeiter nach der *gesundschrumpfung* darüber freuen, dass 27 kumpels wieder eingestellt werden - während die geschäftsleitung sich in frankreich in der prachtvilla bei hummer und schampus gegenseitig auf die schulter klopft. aber die quintessenz ist ja schnell gezogen: will man am markt bestehen, muss man auch als stahlhändler in europa von rang fünf auf rang eins. und das heißt garantiert: weiter fusionieren und weiter entlassen.
Ein unauffälliges Meisterwerk!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Als ich von "Das Erbe" hörte, dachte ich an die wenigen anderen Filme aus Skandiavien, aus Dänemark vor allem. Dass neben anderem das Thema "Familie" und deren Strukturen gut dargestellt wird, interessiert an solchen Filmen.
Es ist der Blick mit der Handkamera auf die Schauspieler. Die Protagonisten tragen die Szene, was mich an diesen Filmen so beeindruckt. Irgendwie kommt es so nämlich mehr auf die Geschichte an.

Nach "Das Fest" von Vinterberg und "Idioten" von von Trier suchte ich nach einem ähnlich gutem Film aus Dänemark.
Ich habe es in "Das Erbe" gefunden.

In "Das Erbe" wird das Industriellen-Mileu gezeigt. Christoffer steht eigentlich zwischen den Stühlen. So ganz hineinghören tut er nie.

Es schimmert auch das symbolische Verhältnis zwischen Kleinen und Großen immer wieder durch.

Ein Film, bei dem ich öfter an Thomas Mann Verfilmungen denken musste. In Buddenbrooks ging es über Kaufmänner, hier eigentlich eher über Großindustrielle.

Ein Meisterwerk! Zeitnah, man spürt die Luft, die da herrscht, in den Chefetagen und deren Familien... in diesen Etagen der Macht.
Nach diesem Film werde ich sicher keine Aktiengesellschaft gründen wollen. Ich würde mich selbst kompromittieren, indem der Kapitalismus keinerlei Rücksicht oder Ausnahmen gestattet, als dass das Geschäft zählt. Es ist gut gelungen, die Auswirkungen sozusagen kapitalistischer Ordnungsprinzipien in Bezug auf das individuelle Leben aufzuzeigen ohne irgendwie moralisch sein zu wollen oder gar Anklage zu erheben. Sondern nur das sich verändernde Leben von Christoffer wird gezeigt. Wo man am Ende beinahe sicher der Meinung sein wird, wie man sich wohl selbst entschieden hätte, das Erbe anzunehmen oder abzuschlagen.
Wenn da nur nicht so eine Stimme im Ohr läge, wie im Film in Form seiner Mutter oder sonstiger Verpflichtung. Verpflichtung. Bei einem Erbe ist das meist der einzig nennenswerte Haken bei der Sache.
Wieder ein dänischer Film der Spitzenklasse
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Den 5-Sterne Rezensionen ist nur noch der Verweis auf "Der Richter" hinzuzufügen, welcher dieselbe Problematik behandelt.
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