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Adams Äpfel
mit Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Nicolas Bro, Regie: Anders Thomas Jensen

Zoom Produkt-Bild: Adams Äpfel
DVD von EuroVideo
Preis bei Amazon: EUR 9,99, Angebote ab EUR 5,80

4,5 Punkte, empfehlenswert. 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Mai 2007
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  • FSK 16

Produktbeschreibung


Eurovideo Adams Ã"pfel, USK/FSK: 16+ VÃ--Datum: 10.05.07

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In Adams Äpfel prallen ein Neonazi und ein Pastor aufeinander. Eine tiefschwarze dänische Komödie in bester britischer Tradition. Wer sich ein wenig mit dem dänischen Filmschaffen im neuen Jahrtausend auseinandergesetzt hat, wird zwangsläufig immer wieder über einen Namen stolpern: Anders Thomas Jensen ist als Regisseur und vor allen Dingen als Drehbuchautor für einen beachtlichen Teil der in Deutschland wahrgenommenen Filmproduktion unseres nördlichen Nachbarlandes verantwortlich. Von den Dogma Knallern Mifune, Open Hearts oder Wilbur bis hin zu den sympathisch-schrägen Komödien Blinkende Lichter, In China essen sie Hunde oder Dänische Delikatessen, Jensen hatte überall seine Finger mit ihm Spiel. Ein bemerkenswerter Output, zumal die genannten Filme nur einen kleinen Teil seines Schaffens wiederspiegeln. In Adams Äpfel nun, ist Jensen wieder hinter den Regiestuhl geklettert. Herausgekommen ist sein bislang stärkster Film.
Es geht um den überzeugten Gutmenschen Ivan, ein Landpfarrer in der dänischen Provinz, dessen Barmherzigkeit vor nichts und niemandem Halt macht. Ivan resozialisiert in seiner Oase der Nächstenliebe überführte Straftäter. Als es den überzeugten Alt-Neonazi Adam, einen 40-jährigen Erbärmling, in Ivans Kirche verschlägt, sind die Rollen klar verteilt ? scheinbar. Doch in Anders Thomas Jensens Filmen kommt es häufig anders als man denkt. Schon sehr bald wird deutlich, dass Adam, der eigentlich unter der wohligen Behaglichkeit seiner Hitlerbildchen die Resozialisierungsmassnahme aussitzen will, der ignoranten Gutmütigkeit des Pastors nicht gewachsen ist.
Alles an diesem Film scheint darauf ausgelegt festgefahrene Erwartungshaltungen auszuhebeln. Wenn etwa der apfelkuchenbackende Neonazi auf den Araber Kahlid (Ali Kazim) trifft, das Feindbild schlechthin also, verkehren sich die wohlerprobten, leidlich durchexerzierten Rollen des Arthaus Kinos. Der Araber ist weder Opfer noch hilflos, er stellt sich als dreister Tankstellenräuber heraus, der es gar nicht erwarten kann dem ?Schwuchtelstaat? Dänemark zu entkommen. Doch auch die weiteren Schäfchen aus Ivans Besserungsanstalt haben es in sich: ein dicker trotteliger Triebtäter, eine schwangere Alkoholikerin die ?in Indonesien für den WWF gearbeitet hat?; Figuren aus einem Houllebecq Roman oder schlimmeres? Nein, mitnichten. Das größte Verdienst von Adams Äpfel ist die geradewgs traumwandlerische Sicherheit, mit der Jensen auf der scharfen Klinge seines Humors zu spazieren versteht. Jeder bekommt sein Fett weg und am Ende gewinnt doch das Gute. Dass das lakonisch-schräge Lustspiel den jährlich vergebenen ?Kulturpreis der dänischen Pastoren? verliehen bekam ist vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. Aber was will Jensen machen, er lebt schließlich im Mutterland der Libertinage. Thomas Reuthebuch
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5 Kundenrezensionen:

der wunderbare dänische Humor
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Oha, nun, wie ich es beinahe geahnt habe, hat mein Kommentar wieder einmal Überlänge. Naja. :) Ich konnte nicht anders. ;)

Wir haben den Film in Reli gesehen (wir kamen aus dem Lachen nicht heraus) und da habe ich ihn mir gleich bestellt, weil er mich so begeisterte.
Allein die verschiedenen Charaktere, die aufeinandertreffen und sich über die Geschichte hin verändern, machen den Film so interessant. Weil es wenige Personen sind, die im Mittelpunkt stehen, sind deren Charaktere umso mehr ausgeprägt und gestaltet.
Da ist Ivan, der auf völlig absurde Weise alles verneint und leugnet, was schlecht ist, und dafür immer eine andere Erklärung findet, die in sein positives Weltbild passt, egal wie absurd sie auch sein mag - für ihn ist das die Realität.
Genau das ist es, was Adam - einen gewalttätigen Neonazi, der in dieser Kirche eigentlich nichts will als die aufgedrängte Zeit dort totzuschlagen - an Ivan fasziniert und gleichzeitig schockiert. Aus der in seinen Augen lächerlich gestellten Aufgabe, einen Apfelkuchen zu backen, wird eine ernste Absicht. Außerdem versucht Adam alles - es ist ein regelrechter innerer Drang - um Ivans Weltbild zu verändern und ihm die harte Realität vor Augen zu führen, die Ivan seit Jahren so verbissen leugnet. Diese Entwicklung - das Verdrängen Ivans - ist eingetreten wegen eines Schicksals, das für einen einzigen Menschen schon kaum zu ertragen sein muss: Mutter bei der Geburt gestorben, vergewaltigt vom Vater, ein behindertes Kind, Frau und Schwester ebenfalls gestorben, und schließlich sogar eine tödliche Krankheit. Selbst für die offensichtlichsten Dinge - Gunnars Alkoholflaschen (oder auch: Hustensaft) und Khalids 17.000 in bar - findet Ivan eine harmlose Erklärung. Aber im Endeffekt läuft diese nur auf eines hinaus: Der Teufel testet Ivan. Das ist das, was er glaubt, um sein Schicksal erklären und ertragen zu können.
Das Aufeinandertreffen der beiden Charaktere Adam und Ivan und deren Veränderung ist der Hauptpunkt und das Interessanteste an der ganzen Geschichte.

Khalid, der die deutsche Sprache ja laut Ivan "tiptop" spricht und Strickmützen im Sommer trägt, weil er aus wärmeren Gefilden kommt, und Gunnar, der "seit xx Monaten trocken ist", sorgen ebenfalls für viele amüsante Momente.
Doch in all dem Humor kommen der Ernst und die gut durchdachte Erzählstruktur der Geschichte nicht zu kurz.
Ich finde es wahnsinnig interessant und berührend zu sehen, wie "böse" Menschen wie Adam und Khalid, der gerne mal ohne großes Nachdenken zur Waffe greift, von Ivans Schicksal berührt werden und doch so menschlich wirken können.
Eine Beispielszene, als Khalid auf Esben und seine Kumpanen geschossen hat mit der Begründung: "Ich hatten Stress. Kann nix ertragen, dass Ivan traurig. Ist eines von diese scheiß Tage."

Ich liebe den Humor in diesem Film - wunderbar trocken und so absurd, dass man nicht anders kann, als zu lachen und sich unzählige Sprüche zu vermerken.
Meistens wechseln sich erschrockene Blicke und Lachen ab. Zum Beispiel, als Adam auf den gutmütigen Ivan einschlägt, der ohnehin schon am Boden liegt, ist man mehr als entsetzt und bedrückt. Als dann aber wenige Szenen später Ivan mit blutendem Gesicht und schiefer Nase den Raum betritt mit den Worten: "Ich fahr' mal ins Krankenhaus, wartet nicht mit dem Essen auf mich", kann man es nicht glauben, wie jemand SO sein kann. Dass Gunnar dann noch fragt: "Kommst du an `nem Laden vorbei?", macht es nicht gerade besser.
Der Arzt, ein Mann der Wissenschaft, der die Wahrheit raushaut, trocken und unverblümt, lässt einen auch des Öfteren schockiert dreinblicken. "Ich muss hier weg. Dahin, wo die Menschen sterben, wenn sie krank sind, und nicht in irgendwelchen Gärten rumsitzen und Cowboy-Burger fressen, wenn sie eine Kugel in den Kopf gekriegt haben!"

Auch eines meiner (langen) Lieblingszitate ist dieses hier, als Ivan und Adam bei Poul am Sterbebett sitzen:
Ivan: "Hör auf zu jammern! Herrgott noch mal, mach es nicht schlimmer, als es ist! Jeder baut mal Mist, davon lassen wir uns doch nicht die Petersilie verhageln, oder?!" - "Du bist ja verrückt, Menschenskind." - "Wieso sagst du das, Poul? Wieso verdirbst du uns die gute Stimmung, wieso bist du so unverschämt zu mir? Wie du willst, von mir aus diskutieren wir darüber, was ich bin und was ich nicht bin, aber ehrlich gesagt, das muss jetzt nicht sein, wir sollten daran denken, was Gott sagt. Gott verzeiht alles, Poul. Gott verzeiht alles, Poul."
Oder auch: "Kommt, kommt, alles, was Krach macht, wird abgegeben!"

Manchmal möchte man Ivan schütteln und manchmal in den Arm nehmen, alles in allem hat man ihn einfach nur gern, genau wie es ja sogar bei Adam schließlich der Fall ist.

Über die Synchronisation und die schauspielerische Leistung lässt sich nur sagen: tip top! Ich würde gerne weitere Filme mit Mads Mikkelsen sehen, weil er mich sehr überzeugt hat. Auch Ulrich Thomsens (Adams) Gesichtsausdrücke sind nicht zu verachten.

Alles in allem habe ich selten einen Film gesehen, der mich so eingenommen hat, dass ich noch Tage später darüber lachen und nachdenken musste.
Es kommen viele wiederholend auftauchende Symbole vor, nicht zuletzt in Bezug auf das Eingreifen der dritten Macht, die sich an der Geschichte beteiligt: zum Beispiel die Bibel, die ständig an derselben Seite aufschlägt und die Geschichte schließlich auf Umwegen zu einem guten Ende führt.
Über die Interpretation und die Aussage des Filmes lässt sich streiten, doch
man lernt in jedem Fall, dass Gott keinen Menschen hasst, auch wenn es so scheint. Und wie kreativ der menschliche Geist werden kann, wenn es darum geht, sich seine eigene Sicht der Dinge zu schaffen. Und wie veränderungsfähig wir sind. Das glaube ich zumindest. Alles andere, was man durch diesen Film gelernt zu haben glaubt, kann jeder für sich selbst überdenken. Ich werde weiterforschen und gucke den Film dafür auch gerne noch einmal. Oder auch öfter. ^^ :)
DamDamAdam
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Durchgeknallte Groteske mit Tiefgang und absurden, zum Lachen reizenden Spezialszenen. Sonderbar wie etwa "Magnolia". Aber sehenswert und unvergessen.
Sensationell unkonventionell...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auf die Handlung des Films will ich nicht weiter eingehen,ich kann nur jedem,der auf schwarze Komödien steht,raten,sich diese anzuschauen...
Etwas derartiges habe ich nie zuvor gesehen,denn bei diesem Film kann man nicht wissen was als nächstes kommt;-)
Es ist definitiv kein Film,der jedem gefallen wird und das macht ihn aus...der trockene dänische Humor ähnelt dem von "Dänische Delikatessen und "In China essen sie Hunde"...die ich auch sehr empfehlen kann.
Schräg aber gut
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein mehr als schräger Film, den die Dänen uns hier präsentieren. Zugegeben, für eine Komödie bekommt man ziemlich viel Hirnmasse zu sehen - und doch ist der Film jede Minute wert. Fernab ausgetretener Hollywood-Klischees wird uns eine ungewöhnliche, mit mitreißende Geschichte erzählt, über einen, der sich überhaupt nicht bessern möchte. Im Gegenteil, der Skinhead Adam ist nach kürzester Zeit in der dänischen Landpfarrei entschlossen, den Pfarrer Ivan ins Verderben zu stürzen und von seiner positiven Lebenseinstellung frei zu schälen. Doch Adam beißt sich die Zähne aus - an Stellen, mit denen weder er noch sonst jemand gerechnet hätte.
Überraschend, geistreich, ungewöhnlich, klamaukig - der Humor ist schwärzer als die CDU in einer Neumondnacht.
Irre die Skandinavier
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Vorab: Ich bin ein großer Fan skandinavischer Filme und hatte auch dem entsprechend hohe Erwartungen.
Ich wurde nicht enttäuscht!
Hab ihn mir das erste mal mit ein paar Freunden, bei einem gemütlichen DVD-Abend, angeschaut... wobei wir vor lachen sowieso nur die hälfte des Films mitbekommen haben.
Story: Vorhersehbar, aber keineswegs langweilig! zum Totlachen!
DVD: nicht besonderes, keine erwähnenswerten Extras (vobei das bei dem Preis auch total unwichtig ist!)

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